Gespeichert von LittleBuddha am Di, 14.08.2007 - 20:06:32

Gerne wirbt die Organisation SOS Kinderdorf Österreich

zur Lukrierung notwendiger Spenden zwecks Betreuung

der Kinder und Jugendlichen. Auf der Homepage von SOS

Kinderdorf Österreich wurde daher vor kurzem damit geworben, dass ein Mädchen gerne Krankenschwester werden möchte. Tatsächlich aber fordert die Organisation exorbitante Beträge von den zuständigen Landesbehörden und die angeblich so zahlreich agierenden Spender scheinen plötzlich nicht mehr auf. Das Landesgericht St. Pölten hat diesem Treiben vorerst ein Ende gesetzt und das Klagebegehren (2 Cg 124/05d) vom Verein "SOS Kinderdorf Burgenland" zurückgewiesen. Rudolf Yorganzy von XlargE Investigativ TV hat den Prozess auch für das Int. Network of Human Rights Vor Ort mitverfolgt. In die Schlagzeilen war der Zweigverein von SOS Kinderdorf Pinkafeld geraten, nachdem ein 13 jähriges Kind im SOS Feriendorf Caldonazzo über 1 1/2 Stunden vom Dorfleiter in Anwesenheit von vielen Kindern und Betreuern geschlagen worden war.

Mehr und mehr ergeben die Aussagen, Angaben und Beweggründe der Organisation SOS Kinderdorf Österreich ein Netz voller Widersprüchlichkeiten. Das Landesgericht St. Pölten hat nun reagiert und einem sinnlosen Klagebegehren über Euro 17.610,00 den Laufpass gegeben.

"Anstatt den Kindern eine gute Ausbildung mit Spendengeldern zu finanzieren, beschäftigen sie lieber Anwälte", ist Roland Reichmann von der Initiative Int. Network of Human Rights erzürrnt und blickt noch heute auf die Unterlassungsklage von SOS Kinderdorf Österreich in Zusammenhang mit einer Berichterstattung im vergangenen Jahr. "Seither trauen sie sich nicht mehr zu klagen", grinst Reichmann wieder und zeigt sich über die gerichtliche Entscheidung hoch erfreut.

Das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung war dieses Mal Angriffspunkt der herrschenden Akteure aus Innsbruck. Nur mit dem feinen und pikanten Unterschied, dass man die Klage vom Zweigverein betreiben ließ.

Für den Enthüllungsjournalisten Stephan Pfeifhofer nichts Neues. Er recherchiert bereits das 2. Jahr im Sumpfloch SOS Kinderdorf und beim Anblick dieser Vorgehensweisen trifft ihn ein Schaudern: "Wie man sieht werden entgegen den Spendenberichten offenbar Gelder für was anderes ausgegeben und so bleiben die Kinder erst recht auf der Strecke. Matura ade und aus sind die Chancen für diese Kinder!"

Richterin Alexandra Rossmeisel vom Landesgericht St. Pölten sieht jedenfalls keinen Grund, dass erneut Steuergelder verschwendet und Spender hinters Licht geführt werden. Auf der Homepage von SOS Kinderdorf Österreich jedenfalls ist keine Silbe vom Versagen bei Gericht zu lesen. Dort können bekanntermaßen Patenschaften online geschlossen und Spenden mittels Kreditkarte ungeniert angewiesen werden.

Für das heute 23 jährige Mädchen, sie lebt seit 1986 im SOS Kinderdorf Pinkafeld, wenig Trost und Spende. Eigentlich wollte B. ja nur Matura machen. In der Hauptschule war B. der 2. Leistungsgruppe zugeordnet, doch SOS Kinderdorf sollte zu besseren Leistungen verhelfen und die Steuerzahler ohne Wenn und Aber cashen.

Die Anwaltskosten in der Höhe von rund Euro 3.200,00 (inkl. Ust. versteht sich!) werden vorerst der Kanzlei Dr. Peter Birgmayer in Wien anhaften, jene rechtsfreundliche Vertretung, die gerne mit SOS Geld auf juridische Tuchfühlung geht. Für ein Mädchen namens B. reicht das kaum zum Studieren. Aber gut Ding braucht Weile und wir wünschen viel Glück dabei.

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