Gespeichert von reichmann am Fr, 04.11.2011 - 11:47:59

Prof. Dr. med. Volker Faust
Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit

Burnout – Thema Nummer 1, das im medialen und allgemeinen Interessen-
Spektrum sogar die konkreten psychiatrischen Störungen Depression und Demenz überholt hat. Nicht wenige halten es für einen Mode-Begriff und ein Mode-Leiden. Andere für einen „Schwelbrand der Gesellschaft, der inzwischen die besten aller Jahrgänge und beider Geschlechter zu ruinieren droht“. Noch immer die meisten halten sich aber zurück, teils skeptisch, teils betroffen, die Mehrzahl einfach verunsichert.

Was ist dran, an diesem Phänomen, das natürlich nicht neu ist, nur im neueren „Leidens-Outfit“. Und ganz offensichtlich zunehmend, und zwar  gnadenlos.
Dazu eine kurz gefasste Information zur ersten Übersicht, in Ergänzung einer flut-artig wachsenden fach- und populärmedizinischen Literatur, die Aufklärung, Vorbeugung, Abhilfe, Therapie und Rehabilitation verspricht. Doch wenn es sich hier um ein vor allem gesellschafts-typisches Belastungs-Phänomen handeln sollte, gibt es dafür eine Lösung?

Burnout ist in aller Munde, aber deshalb noch lange keine Diagnose - noch nicht. Es ist aber sehr wohl ein beklagenswerter Zustand, der immer häufiger wird. Und der verhängnisvolle Konsequenzen für den Betroffenen und sein Umfeld hat: Beruf, Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, nicht zuletzt für die Gesundheit. Was muss man wissen? Nachfolgend eine komprimierte Übersicht zum Erkennen und Verstehen.

Unter Burnout (engl.: to burn out = ausbrennen) verstand man ursprünglich die negativen Folgen der beruflichen (Über-)Beanspruchung mit gemütsmäßiger Erschöpfung, innerer Distanzierung und schließlich Leistungsabfall. Oder - wie es früher beschrieben wurde -, ein "Stress-Syndrom der helfenden Berufe" bzw. auf einen kurzen Nenner gebracht: "Die Folgen von schlechten Bedingungen, unter denen viele gute Leute tätig sind".

Inzwischen handelt es sich um ein reichlich komplexes Beschwerde- bzw. Leidensbild, das zwar immer mehr Betroffene belastet, aber nur zögerlich Eingang in Wissenschaft und Lehre und damit in Beratung, Klinik und Praxis findet.