Gespeichert von LittleBuddha am Fr, 05.10.2007 - 13:43:28
  Katharina ist gerade mal zwei Jahre alt und lebt
bereits seit über 10 Monaten im Kinderheim Elisabethstift in Berlin. Das Mädchen ist ein Frühchen und musste deshalb mit einer Magensonde ernährt werden. Um sie zu entwöhnen, wandten sich die Eltern an die Berliner Charite. Nachdem der verantwortliche Klinikarzt keine Lösung fand, wollten die Eltern einen Klinikwechsel vornehmen. Daraufhin entzog das Jugendamt Halle im Auftrag des behandelden Dr. W. den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Seit September 2006 wird Katharina im Elisabethstift der Evangelischen Kirche zwangsuntergebracht. Jetzt sollen sogar Eltern und Kind per Gerichtsbeschluss ganz getrennt werden.

Nachdem sich die MDR Sendung von Peter Escher "Ein Fall für Escher" eingeschalten hatte, fand kürzlich ein Krisengipfel in Berlin statt. Unter anderem anwesend Univ.Prof. Dr. Marguerite Dunitz-Scheer von der Grazer Kinderpsychosomatik. Sie hat bereits vielen Kindern geholfen, die sogar als besondere Problemfälle sogar aus England zu ihr kamen. Eine zwangsweise Trennung zwischen Eltern und Kind ist laut der Ärztin noch nie notwendig gewesen.

"Bis jetzt haben die Eltern richtig gehandelt und Katharina könne ambulant unter Hilfestellung durch die begleitende Psychologin und dem Hausarzt der das Mädchen ja sehr gut kennt, von der Magensonde entwöhnt werden", sagt Dunitz-Scheer und versteht die Meinung des Arztes der Berliner Charite nicht.

Roland Reichmann vom Int. Network of Human Rights ortet im Handeln der Behörde eine klare Menschenrechtsverletzung:"Das ist ein klarer Eingriff in das geschützte Privat- und Familienleben. Wieder einmal nimmt sich das Jugendamt im Übereifer mehr Rechte heraus als ihm zustehen. Wer auf den Zuruf eines Arztes ohne fundierte Recherche derart agiert, muss sich fragen ob sein Handeln noch rechtskonform ist. Bedauerlicherweise hören die Pflegschaftsrichter primär auf die Meinung der Jugendämter und machen sich nur im seltesten Fall selber ein Bild".

Immer mehr Eltern gehen an die Öffentlichkeit und laut der Homepage www.kinderraub.de mahnt sogar die EU das Verhalten der Jugendfürsorge.

"Auch in Österreich erleben wir immer wieder Amtswillküre und fragwürdige Pflegschaftsrichter", sagt Patricia Göller von Sorgentreff. Sie unterstützt leibliche Eltern im Kampf um ihre Kinder. Derzeit wird sogar eine Sammelklage gegen das Kinderhilfswerk SOS Kinderdorf Österreich geprüft.

"Nicht selten sind frühkindliche Krankheiten oder die Vergangenheit der Kindeseltern für das Jugendamt ausreichend, um eine Zwangsabnahme vorzunehmen. Der § 215 des Allgemein Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) macht so etwas möglich. Bis das Gericht zu ersten Überprüfungen kommt, sind die Kinder bereits entfremdet", ergänzt Reichmann die Problematik zwischen Gesetzbuch und Menschlichkeit.

Der Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer ortet bereits seit Jahren eine Industrie der Jugendwohlfahrt und nimmt die Politik mit in die Pflicht: "Kindern muss selbstverständlich geholfen werden, wenn die Eltern versagen. Unberechtigte Abnahmen sind aber keinesfalls mehr ein Einzelfall. In unserer Redaktion häufen sich hunderte Akten von klagenden Eltern".

Wie es im Fall von Katharina Schumann aus Halle weitergehen wird, soll in der kommenden Folge von "Ein Fall für Enscher" am 11. Oktober 2007 im MDR zur Sprache kommen. Für Dienstag ist beim Amtsgericht Halle eine Tagsatzung anberaumt, die über das weitere Schicksal der 2 Jährigen entscheiden wird.

Weiterführende Links: