Gespeichert von LittleBuddha am Sa, 24.11.2007 - 12:41:45

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Wie tragisch muss ein Fall von Kindesmisshandlung und dessen Dokumentation noch sein, dass sich die Medien nicht partizipieren wollen. Nachdem ein heute 16 jähriges Mädchen durch die Jugendwohlfahrt in Kärnten zu unausgebildeten Pflegeeltern nach Teneriffa verschleppt wird, gibt sich die Presse mit den Antworten von SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch zufrieden. Kein Nachhaken, kein Hinterfragen, kein Selbstbildnis als Journalist.

Die Fakten dürften wohl ausschließlich im

Fall des zu Tode gekommenen 17 Monate alten Luca dafür sprechen, dass sich eine Schlagzeile nach der anderen sprichwörtlich im Jagdfieber befindet. Das Schicksal einer heute 16 jährigen Schülerin aus Klagenfurt war den Medien keine Schlagzeile wert. Vielleicht auch deshalb, weil Fotos von Spuren der Misshandlungen gefehlt haben. Vielleicht aber auch deshalb, weil im Fall des Teenagers ohnedies bereits ein Stempel auf die Stirn dieses Mädchens durch unsere Gesellschaft gedrückt wurde.



Zwischenzeitlich wird Kritik laut, demnach wäre die Veröffentlichung von Fotos der Misshandlungen des kleinen Luca im ORF mehr fragwürdig als sinnvoll gewesen. So zumindest eine Medienanwältin im Gespräch mit der Tageszeitung Standard.



Auch wenn das Martyrium ganz Österreich zum Beben bringt, liegen uns nicht alle Kinder und deren Wohl am Herzen? Für das Jugendamt in Klagenfurt war der Fall geritzt, denn was sollte der 16 jährigen besser kommen als eine Auszeit auf der Ferieninsel Teneriffa.



Während dieses Kind bereits 8 Jahre in Heimen verbringen musste, zur Prostitution gezwungen wurde und nicht zuletzt selbst in die Mühlen der Justiz geraten war, bedauern alle nur ein Kinderleben. So tragisch der Fall Luca auch sein mag, sollten wir unsere Anteilnahme und Trauer nicht allen Kindern zuteil werden lassen?



Für Luca kommt heute jede Hilfe zu spät, aber für viele andere Kinder und Jugendliche in diesem Land könnte noch etwas getan werden. Mit der Zivilcourage sei es nicht weit her bei den Österreichern, meint eine aktuelle IMAS Studie. Vielleicht sollten wir daran etwas ändern, aufhorchen wenn in der Wohnung gegenüber Kinder um Hilfe rufen.



Jedenfalls sollten wir uns partizipieren, bevor es die Medien auf dem Rücken eines toten Kindes tun.





Es grüßt,

der.pädagogik.visionär