Submitted by LittleBuddha on So, 29.06.2008 - 11:54:02

Liebe INHR-Leser, -Sympathisanten und -Kritiker!

Im wahrsten Sinn des Wortes heiß sind die Tage um INHR, Lobbyisten und Kinderschützer. Der jüngste Vorfall bei SOS Kinderdorf Österreich zeugt wieder einmal von Kälte. Wohl die einzige Abkühlung in diesen sommerlich temperierten Zeiten, wo 30 Grad im Schatten Selbstverständlichkeit prägen. Etwas unterkühlt also das Projekt "Beruf einer SOS Kinderdorf Mutter" und die resultierenden Lehren mit einem fiktiven Weblog.

Leicht hat man es nicht, aber leicht kann es einem haben. Darüber hat man bei SOS Kinderdorf Österreich bis weilen wenig nachgedacht. Ein SOS-Blog muss her, und SOS Kinderdorf Mutter Alexandra Eggenreich erzählt uns von Kindern, die sie nicht einmal geboren hat.

Die rührenden Geschichten aus dem Kreissaal, die viele Mütter und Väter erzählen - wir werden sie nie erfahren. So wie die ersten Bindungen zwischen Mutter und Kind, wenn der Säugling erstmals auf Nahrungssuche geht - wir werden sie nie miterleben.

Hingegen kennen wir zur Genüge die Geschichten aus der Klingan Rechtsabteilung, die das
Leben zahlreicher Bauchmamas beschreiben. So wertlos das Papier auch
sein mag, auf welchem diese Anekdoten gedruckt sind, so wertvoll ist
die Leistung einer jeden leiblichen Mutter ihrem Kind gegenüber. Etwas,
das sie den vielen Herzmamas voraus haben, auch wenn sie materiell nur wenig bieten können.

Nun spricht man vollmundig von einer Herzmama, die einer Bauchmama weit überlegen ist. Man nehme sechs Kinder, packe sie in ein Haus und stelle eine Erzieherin ab, die über Jahre hinweg nichts anderes lernt, als das Handwerk einer Herzmama.
Gebloggt wird freilich auch, wie es sich gehört im Internet, dank einem Sponsor namens Salzburg AG.

Aber jetzt machen Fotos den Umlauf, die eindrucksvoll aufzeichnen wie prekär unsere Welt von Selbstdenkern besetzt ist, die sich Erwachsen schimpfen. Tatsächlich geht es nicht um Kinder an sich, sondern um die Kollekte in ihrer materiellen Reinkultur. Offenkundig bestrebt einen Mitarbeiterstab samt Präsidium in Bonzen-Manier zu versorgen, scheut man vor sittenwidrigen Methoden kaum zurück.

Vor wenigen Tagen allerdings musste der Weblog um Alexandra Eggenreich nun seine Pforten schließen. Vielleicht auch deshalb, weil besorgte Spender einmal gehörig ihre Meinung geigen.

Kurz um, Lügen haben kurze Beine, predigt unsereins seinem Kind, wenn es damit beginnt. Bei SOS Kinderdorf hat man glücklicherweise gleichgezogen und den ersten Lügen-Baron-Münchhausen des Landes verwiesen. Gratulation!

Und zum Schluss: Kinder sind ein Geschenk, das man nicht besitzt. Vielleicht sollte SOS Kinderdorf einmal darüber nachdenken und den materiell getriebenen Gedanken endgültig abstoßen.

Es grüßt,

der.pädagogik.visionär

Aus dem SOS-Spendenbericht 2007 (etwas sehr spät abgegeben) kann man schon erste Tendenzen erkennen. Ein Rückgang bei den Spenden im Prozentbereich. Bei dieser Masse an Spendengeldern, die jährlich eingenommen werden, ist das natürlich ein gewaltiger Betrag. Wenn es so weitergeht ...