Gespeichert von LittleBuddha am Fr, 18.04.2008 - 16:33:23

WablWas man vor vier Wochen noch als einen schlechten Scherz eines pensionierten Querkopfs abtun konnte, entpuppt sich mehr und mehr als ein Schocker: Natascha Kampuschs Mutter soll bei der Entführung ihrer Tochter die Finger im Spiel gehabt haben. Mehr noch: Sie habe ihre Tochter an einen Pädophilen-Ring regelrecht vermietet.

Am 17. März 2007 berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA über einen auf den ersten Blick skurrilen Gerichtsfall: Martin Wabl, ein pensionierter Richter, hatte Klage gegen die Kampusch-Mutter Brigitta Sirny eingereicht. Seine ungeheuerliche Theorie: Die Mutter sei in die Entführung der Tochter verwickelt gewesen.

Vor vier Wochen

Im Bezirksgericht in Gleisdorf stand vor vier Wochen der Fall Natascha Kampusch im Mittelpunkt. Martin Wabl, pensionierter Richter und Politiker, war als Kläger gegen Nataschas Mutter Brigitta Sirny aufgetreten. Zur Verhandlung erschienen weder die Beklagte noch ihr Anwalt.



Martin Wabl ist wegen seiner Äusserungen bereits rechtskräftig verurteilt worden, reichte aber eine Klage zur Wiederaufnahme ein. Diesmal tritt er als Kläger und Brigitta Sirny als Beklagte auf. Beim Prozessauftakt in Gleisdorf waren rund zwei Dutzend Zuschauer anwesend, davon nur ein Teil Medienvertreter. Sirny und ihr Anwalt blieben der Verhandlung fern.

Der Richter nahm in erster Linie zu Protokoll, welche Zeugen Wabl, der in Begleitung des Detektivs Walter Pöchhacker gekommen war, im Laufe des Verfahrens hören möchte. Natascha Kampusch soll als Zeugin auftreten, ebenso ihr Vater. Dazu neun weitere Personen, die nach Wabls Angaben Hinweise auf eine behauptete Verstrickung der Mutter in die Entführung des Mädchens geben können. Unter anderem sollen mehrere Nachbarn von Brigitta Sirny aussagen, ein früherer Lebensgefährte sowie einer der damals ermittelnden Beamten.

Der Richter musste nun innerhalb von vier Wochen entscheiden, ob er der Wiederaufnahme des Verfahrens zustimmt und welche Zeugen er beantragt.

Heute

Das Verfahren werde hjöchstwahrscheinlich wiederaufgenommen, berichtet theindependent.co.uk. Mit der Begründung, dass Natascha Kampusch beim ersten Verfahren, dass zur Verurteilung Wabls geführt habe, nicht angehört worden sein, werde der Richter dem Wunsch Wabls stattgeben.

Der Hintergund

Wabl habe mehrfach behauptet, dass Frau Sirny Wolfgang Priklopil, den Peiniger von Natascha Kampusch gekannt habe und ihm beim Verschwinden ihrer Tochter geholfen habe. Dies mit dem Ziel eine noch viel schlimmere Wahrheit zu vertuschen: Natascha Kampusch sei missbraucht, in sexuell provokativen Posen fotografiert worden und Opfer eines Pädophilen-Ring gewesen.

Frau Sirny hat darauf eine richterliche Verfügung gegen Herrn Wabl durchgedrückt, welche ihm die Verbreitung solcher unbewiesener Anschuldigungen untersagt. Sie hat jegliche Beteiligung an der Entführung ihrer Tochter mehrfach verneint.

Jetzt werde der Richter verfügen - so theindependent.co.uk weiter -, dass Natascha Kampusch als Zeugin vor Gericht erscheinen müsse und erst dann endgültig über die Verfügung gegen Wabl entschieden werden könne.

Wabls Anwalt sagte, er habe von neun Personen Aussagen aus der Zeit der Entführung, welche vermuten lassen, dass Frau Sirny an der Entführung beteiligt gewesen sein könnte. Unter anderem Nachbarn, eine ehemaliger Lebensabschnittspartner und ein Polizeibeamter, der an der Untersuchung der Kampusch-Entführung vor neun Jahren beteiligt war.

Der Kampusch-Porno

Einer der Kronzeugen von Herrn Wabl, der Deutsche Thomas Vogel, hatte in den Tagen nach der Kampusch-Entführung ausgesagt, dass er Kenntnis habe über eine «Pädophilen-Szene» und einen «Verlies-Pornofilm», welcher angeblich Aufnahmen von Natascha Kampusch enthalte.

Auch ein weiterer Zeuge, Max Edelbacher, ein ehemaliger Polizist, der an der Kampusch-Suche im Jahr 1998 beteiligt war, sagte mit ähnlicher Stossrichtung aus: Seine Ermittlungen haben ihn zum Schluss geführt, dass Natascha Kampusch mit ihren Eltern unglücklich war und vor ihrer Entführung zum Sex gezwungen worden war. Auch enthüllte er Detail aus einem beschlagnahmten Familienalbum: Ein Foto zeige eine halbnackte Natascha, welche eine Reitpeitsche halte. Eine andere Photographie zeigte die damals 10-jährige auf dem Bett liegend, bloss drapiert mit einer Fellstola.

Brigitte Sirny and Ludwig Koch, Natascha's Vater, haben beide vehement jegliche Beteiligung an der Entführung von sich gewiesen.





Quelle: 20minuten

Im Sommer 2006 berichtete INHR von einer \"undurchsichtigen\" Geschichte. Ich habe mir damals auch erlaubt Chefredakteur Walter Pohl vom Nachrichtenmagazin NEWS auf verschiedene Ungereimtheiten in der Kampusch Story hinzuweisen.



Damals war man nicht sonderlich interessiert, lag wohl am Lockruf des Geldes. Jetzt wird sich so mancher fragen, wie lange man sich noch von Medien wie ORF und NEWS für blöd verkaufen lassen wird.