Submitted by LittleBuddha on Sa, 04.08.2007 - 11:49:29

  Am vergangenen Donnerstag (2. August)

staunten die treuen Seherinnen der Sendung

Frauentausch des Münchner Privatsenders

RTL2 nicht schlecht, als eine Sozialpädagogin mit der 12 köpfigen Kinderschaft ihrer Tauschfamilie kläglich gescheitert war und aus Frust sogar den Tauschmann im Stich ließ. Beim anschließenden Erfahrungsaustausch konnte die angeblich "Diplomierte" keinerlei Argumentation aufweisen und auch die Gesprächsführung wurde wohl kaum durch ein NLP-Seminar zuvor ausführlich studiert und gelernt.

Skurile Szenen, Assoziationen und Hartz IV-Hausfrauen gehören beim Format des Münchner Privatsenders RTL2 "Frauentausch" zur Tagesordnung. Auch in Österreich hat dieses Modell der "Realitätsunterhaltung" mit dem Titel "Tausche Familie" durch den Privatsender ATV Schule gemacht. Vom angeblichen Ötzi-Sohn bis hin zum Möchtegern Elvis konnten die Zuseher bereits eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren bestaunen.

Sprichwörtlich den Vogel abgeschossen hat aber nun die 42 jährige Ulrike und ihr Mann Bernhard in Folge 58 von Frauentausch. Natürlich frönt der Gemahle in ähnlichen Gewässern als Diplomsozialarbeiter und hat wie seine Frau bereits Berufserfahrung als Sozialpädagoge. Heute betreibt Ulrike allerdings einen Bastelladen namens "Steckenpferd", liest Kindern aus dem Buch "Drecksau" und verwöhnt die Kleinen sogar mit Malerarbeiten. In ihrem Fernsehauftritt war die Mutter von drei Töchtern allerdings alles andere als sozialpädagogisch fachlich unterwegs. Da konnte ihre Leidenschaft zu Tai Chi auch nichts verbesserliches dazu beitragen.

Pädagogik Visionär und Journalist Stephan Pfeifhofer hat für INHR-Online analysiert und ist fassungslos:

"Zu Beginn sah ich gleich zwei schüchterne Gymnasialschülerinnen im Alter von 11 und 13 Jahren die offenbar weltfremd erzogen werden und mit Sozialkontakten wahrlich Probleme zeigen. Überall in der Wohnung dieses Sozialpädagogik-Pärchens hängen Grammatik-Blätter und sogar jeder Vorhang bleibt davon nicht verschont."



In der Tauschfamilie erging es Ulrike aber keinesfalls besser und von fachlicher Kompetenz zeugte die Tauschmama nur mit dem Vorlesen von Gutenacht Geschichten. Das hat die 6 jährige Celine natürlich sehr gefreut, hatte sie sonst immer vor dem Schlafen gehen Videofilme geschaut.

"Als Bub hab ich immer Märchenkassetten gehört und selbst Bücher gelesen", sagt der Pädagogik Visionär. Ob es Sinn macht aus einem Buch namens "Drecksau" Gute-Nacht-Geschichten zu erzählen, bezweifelt der Buchautor und Vater von drei Kindern allerdings innständig.



Wenig erfolgreich sieht sich die Sozialpädagogin zudem mit den verbliebenen 5 Töchtern ihrer Tauschfamilie und deren Vater konfrontiert. Während in ihrem eigenen Haushalt bereits Schimmel auf der Duschmatte wuchert und nun von Ihrer Tauschfrau-Kollegin mühevoll entfernt werden muss, verliert sich die Pädagogin in ihrem Berufswahn fernab dem natürlichen Lebensempfinden. Der Pädagogik Visionär sieht sich wieder einmal bestätigt, hat er doch mehrere Besprechungen bei Gericht und in Jugendämtern "Inkognito" miterleben dürfen:

"Ich finde es bedenklich, wenn derart insuffiziente Menschen auf Kinder losgelassen werden!", sagt der Enthüllungsreporter und verweist dabei auf die abschließenden Besserwissereien von Ulrike zum Ende der Sendung. "Als Ulrike mit ihren Sprüchen beginnt wie sie bereits so vielen Kindern helfen konnte und sogar mit Kindern die Kinder kriegen zutun hatte, konnte ich mich vor Lachen nicht mehr auf meinem Fernsehsessel halten."



Völlig beleidigt, frustriert und gescheitert zieht sich Ulrike kurz vor dem Ende des Frauentausch in ihr Zimmer zurück und muss erkennen, dass sie gescheitert ist. Allen Ernstes stellt sich bei derart eindeutigen Szenen die Frage wie Familienhilfen des Jugendamtes, in Persona meist Sozialpädagoginnen, helfen können, wenn sie sich mit der zu betreuenden Familie nicht auseinandersetzen können und dortige Weltbilder nicht respektieren wollen.

Von fachlich kompetenten "Profis" muss doch angenommen werden, dass sie Situationen wie diesen sicher gegenüberstehen und mit der nötigen Portion Menschlichkeit auch harte Fälle wie eine Großfamilie meistern können. Im Fernsehexperiment ist diese Annahme kläglich gescheitert und vielleicht gerade ein solches Ergebnis Beweis dafür, dass Kinder keine "Dipl-Experten" brauchen, um eine schöne und ausgewogene Kindheit erleben zu dürfen. Die eigenen Eltern sind immer noch die wichtigsten Bezugspersonen und echten Experten, wenn es um ihre eigenen Kinder geht.

Im Fernsehexperiment war der Versuch nach 10 Tagen beendet und kein Jugendamt nahm aufgrund des Scheiters der Sozialpädagogin die Kinder aus der Familie. In vielen Fällen passiert aber genau das und unzählige leibliche Eltern aus Österreich und Deutschland kämpfen gerade deshalb um ihre Kinder, nachdem Experten wie Ulrike gescheitert sind. Nicht aber gescheitert, weil die Familie versagt, sondern weil ihr eigenes Berufsbild bereits einen Systemdenker aus ihr macht der scheitern muss.

Der Pädagogik Visionär dazu abschließend:

"Unsere Kinder brauchen uns Eltern und nicht irgendwelche Fremdpersonen, die aus unseren Kindern Gesellschaftsversager machen. Unzählige Betroffene belegen, dass alleine in Österreich Heim- und Pflegekinder als Erwachsene nicht die gleichen Chancen in unserer Gesellschaft haben, wie jene Kinder, die glücklicherweise in ihrem Herkunftssystem aufwachsen dürfen. Gerade die Kindesabnahmen bei ehemaligen Heim- und Pflegekindern nehmen in Österreich dramatisch zu. Die Politik ist nicht nur gefordert das Jugendwohlfahrtsgesetz zu novellieren, sondern muss das Helfersystem auf eine Menschlichkeit des Miteinander stellen!"

Foto: ©RTL2