Submitted by LittleBuddha on Di, 05.02.2008 - 12:45:01

LucaIm Fall des vermutlich nach Misshandlungen Anfang November gestorbenen kleinen Luca gibt es von Behördenseite in Tirol erste konkrete Konsequenzen. Eine mittlerweile bereits tätige Arbeitsgruppe hat ihre Arbeit aufgenommen.

Gschwentner bestätigt Gründung

Wie am Dienstag laut APA bekannt wurde, ist seit einigen Tagen eine aus Vertretern der Staatsanwaltschaft, Politik, Jugendwohlfahrt und diversen Vereinen gebildete "Arbeitsgruppe Kinderschutz" tätig, die Anzeigen über gefährdete Kinder prüft.

Im Büro des politisch zuständigen LHStv. Hannes Gschwentner (SPÖ) hieß es, die Arbeitsgruppe habe sich mittlerweile konstituiert. Offiziell präsentiert werden soll sie in etwa zwei Wochen.

Bis dahin soll die Staatsanwaltschaft auch den mittlerweile abgeschlossenen Polizeibericht über das Verhalten der Tiroler Behörden im Fall Luca rechtlich geprüft haben. Nach dieser rechtlichen Prüfung sei dann auch eine politische Bewertung über weitere Konsequenzen zu erwarten, hieß es.

Fall Luca brachte Diskussion ins Rollen

Luca war Anfang November im Alter von 17 Monaten in einem Wiener Spital den Folgen eines Gehirnödems erlegen. Tatverdächtig gilt der Freund der Kindesmutter. Nach Bekanntwerden vorangegangener Krankenhausaufenthalte des Kleinkindes und heftiger Vorwürfe dessen leiblichen Vaters setzte eine Diskussion über die Rolle der Behörden in beiden Bundesländern ein.

Die NGO "Resistance for Peace" warf den Jugendämtern Mödling (NÖ) und Schwaz (Tirol) Untätigkeit vor und erstattete Anzeige. Die gerichtlichen Ermittlungen in Korneuburg (NÖ) sind derzeit noch im Laufen.

ORF Tirol