Gespeichert von reichmann am So, 04.07.2010 - 13:36:35

Genderwahn Neutrum MenschNun ist es amtlich: Der Mensch braucht kein Geschlecht mehr! Er muss weder weiblich, männlich, noch homo-, bi- oder transsexuell sein. Nein, seit Neuestem gibt es auf der Erde auch geschlechtslose, neutrale Wesen, die gar nichts sind! Und die sind nicht etwa bei Nacht und Nebel mit dem UFO auf einer Waldlichtung gelandet, sondern sie wurden hier – zunächst – ganz durchschnittlich normal geboren.

Norrie May-Welby erblickte vor 48 Jahren das Licht der Welt in Schottland. Er war damals noch ein Junge. Doch Norrie fühlte sich nicht als Junge! Also ließ er sich mit 28 Jahren zur Frau umoperieren. Leider ging es dem Wesen danach auch nicht besser. Somit schien schon mal klar zu sein: Sie war weder ein Junge noch ein Mädchen. ES beschloss, keine Hormone zu nehmen, was eigentlich nötig gewesen wäre für die weitere Frauwerdung, und lebte zwanzig Jahre als Weder/Noch-Geschöpf. Jetzt verstand ES sich als Neutrum. Damit war Norrie jedoch immer noch nicht zufrieden, denn wenn ES zwar selbst der Ansicht war, ein Neutrum zu sein, so hieß das noch lange nicht, dass die anderen Leute das ebenso sahen. Also musste ein amtliches Dokument her. Das schien leichter zu gehen, als gedacht. Denn Australien gehört zu den Ländern bzw. Kontinenten, die Gender Mainstreaming seit der UNO-Weltfrauen-Konferenz in Peking 1995 in ihre Regierungsprogramme eingepflegt haben und diese unermüdlich umsetzen. Und so dauerte es nicht lange, und Norrie erhielt vom Register of Births Deaths and Marriages des australischen Bundesstaates New South Wales ein»Recognised Details Certificate«, das für Immigranten den Stellenwert einer Geburtsurkunde hat. Dort wird festgestellt, dass May-Welby weder Mann noch Frau ist: »sex not specified«.

Australien bricht somit als erstes Land mit der bisher seit Jahrtausenden in der Menschheit allgemeingültigen und grundsätzlichen Regel, dass es zwei Geschlechter gibt: Mann und Frau. Dass dies möglich geworden ist, kann man getrost den weltweiten Bemühungen des Gender Mainstreaming zuschreiben, einem UNO- und EU-Konzept, das die gesamte Menschheit umerziehen will zu geschlechtslosen Wesen. Das Gender-Konzept beruht auf der These, dass jeder Mensch, der zur Welt komme, geschlechtslos sei, auch wenn er körperlich als weiblich oder männlich erkennbar sei. Das Geschlecht werde alleine durch das soziale Umfeld entwickelt, weshalb die Gender-Maßnahmen zunehmend schon in Kitas und Schulen umgesetzt werden, indem die Jungs Kosmetikkörbe und Prinzessinnenkleider erhalten, und die Mädchen Autos und Werkzeugkästen. Sie sollen nicht mehr geschlechterstereotyp erzogen werden. Dies allerdings ist nicht allein in Australien der Fall, sondern auch in Europa und Deutschland längst zur Wirklichkeit geworden.

Weitere Gender-»Erleichterungen« gehören längst zum Alltag auf der ganzen Welt: In zahlreichen Staaten können die Menschen inzwischen ihr Geschlecht wechseln und dies mit geändertem Vornamen auch in die Pässe eintragen lassen. Ein Mensch, der geschlechtlich ein Neutrum ist, war allerdings bislang noch nicht vorgesehen.

Ganz unvorhergesehen trifft der Fall Norrie den australischen Kontinent wohl nicht. Denn die australische Menschenrechtskommission, die Australian Human Rights Commission, hatte schon letztes Jahr den Bericht Sex Files: The Legal Recognition Of Sex In Documents And Government Records veröffentlicht. Hier wurde eine Liberalisierung der vom Staat verlangten Geschlechtsidentität gefordert. Die Menschen sollen sich relativ frei entscheiden können, welches Geschlecht sie für offizielle Dokumenten angeben können, und erwachsene Menschen sollen sich auch dafür entscheiden können, dass sie auf Dokumenten »unbestimmtes Geschlecht« angeben können.

Nun ist es allerdings nicht so, dass das Leben jetzt etwa leichter für Norrie wird, denn es geht schon mit der Frage los, wie ES von sich selbst eigentlich spricht. Um sich klar vorzustellen, wurden neue Personalpronomen notwendig, die Norrie denn auch entwickelte: ES spricht von sich selbst als »zie«, um die Verwendung von »he« und »she« zu vermeiden, oder von »hir« anstatt »her« oder »him«.

Norrie May-Welby, DAS in Australien inzwischen zu einem wichtigen Fall geworden ist, DAS von den Behörden sehr ernst genommen wird, möchte seinen/ihren Fall denn auch stellvertretend für die gesamte Menschheit sehen: ES empfindet die übliche Einteilung in Mann und Frau als Unterdrückung und als nur noch geschichtlichen Ballast. Norrie versteht sich als »androgyne/r Anarchist/in«, der »Menschheit und den Ökosystemen des Planeten verpflichtet und daher gegen rein profitgesteuerte Unternehmen sowie Regierungs-Bullying und terror« gerichtet. ES ist der Ansicht, dass es heutzutage keine Notwendigkeit mehr gebe, die Menschen staatlich in eine Geschlechtsidentität einzusperren. Das würde zur Diskriminierung Anlass geben, zudem gebe es einfach auch Menschen, die intersexuell sind, also weder ganz männlich oder weiblich, sondern Zwitter oder Hermaphroditen. Manche seien auch von der Orientierung her bisexuell oder transsexuell, manchmal so, manchmal eben anders. Das erste neutrale Wesen der Welt, das als Ziel die gänzliche Abschaffung der Geschlechter sieht, ist der Ansicht, dass das »duale Weltbild mit zwei gegensätzlichen Geschlechtern überwunden sei«, was sich schon allein daran zeige, dass die Transgender-Szene in den Städten ohnehin immer größer werde. Man darf übrigens gespannt sein, wen Norrie einmal heiraten wird. Mit dem Kinderkriegen wird es wohl im Alter von 48 Jahren nichts mehr werden, aber bei Gender weiß man ja nie.

Eva Herman | inhr