Submitted by reichmann on Mi, 11.07.2007 - 21:07:34

KinderheimWieder ein Skandalfall aus Österreich: HEIMKINDER / Mit Hilfe ihres Gönners bekamen Eltern drei ihrer Kinder zurück. Jugendamt kämpft gegen Vorwürfe.

Im Oktober 1999 griff die Welser Jugendwohlfahrt zu ihrer schärfsten Waffe. Sie entzog einer Welser Familie drei der vier Kinder. Manuel, damals sieben, Michaela, ein Jahr jünger, und der vierjährige Martin wurden von Schule und Kindergarten weg abgeholt und noch am selben Tag nach Steinbach gebracht. Das Heim am Ufer des Attersees war von da an ihr unfreiwilliges Zuhause.

Vorige Woche folgte nun das langersehnte Happyend. Die auf nunmehr fünf Kinder angewachsene Familie Wirl aus der Eibenstraße ist wieder vereint. Manuel, inzwischen 14, Michaela (13) und Martin (11) dürfen auf Anordnung der Behörde ab jetzt zu Hause leben und mit ihren Geschwistern Günter (8) und Martin (6) spielen.

Der Zusammenführung ging ein jahrelanger Streit um die Obsorge voraus. „Diese Familie war geprägt von Gewalt und Verwahrlosung“, schildert die Leiterin der Welser Jugendfürsorge, Maria Pfennich. „Die Wirls wurden von Nachbarn denunziert und verleumdet“, behauptet dagegen der pensionierte Unternehmer Karl Prillinger. Der sozial engagierte Welser stand dem in sehr einfachen Verhältnissen lebenden Ehepaar in seinem Kampf gegen Ämter und Behörden mit Rat und Tat zur Seite.

"Die Wirls wurden von Nachbarn denunziert und verleumdet."

(KARL PRILLINGER)

Prillinger scheut sich auch nicht, von Amtsmissbrauch zu sprechen: „Das Jugendamt hat mit den Nachbarn der Familie gemeinsame Sache gemacht. Denen waren die Kinder zu laut. Sie wollten sie weghaben. Frau Wirl wurde später dazu genötigt, sich sterilisieren zu lassen. Man hat ihr gesagt, wenn du dich nicht unterbinden lässt, siehst du deine Kinder nie wieder.“

Vorwürfe, die Behördenleiterin Pfennich vehement zurückweist: „Claudia Wirl hat die Polizei immer wieder zu Hilfe gerufen. Ihr Mann war damals gewalttätig. Einmal ist er sogar auf eines seiner Kinder mit dem Küchemesser losgegangen. Der Mann war mit der Masse an Kindern völlig überfordert.“

Dass die fünffache Mutter zur Sterilisierung gezwungen wurde, sei laut Jugendamt ein Missverständnis: „Es kann schon sein, dass in diesem Kontext der Frau dazu geraten wurde. Mehr war da sicher nicht.“

Prillinger kontert: „Was heißt geraten. Sie wurde von einer Mitarbeiterin ja auch ins Spital gebracht. Trotzdem hat sie die Kinder nicht zurückbekommen.“

Der renommierte Unternehmer aus Wimpassing ließ nicht locker. Auf Anraten von Anni Eisenrauch, der schwarzen Landtagsabgeordneten, nahm er sich vor über einem Jahr dieses tragischen Einzelfalls an und begann, unangenehme Fragen zu stellen. Seine Beharrlichkeit blieb nicht ohne Wirkung. Ein neubestellter Gutachter kam nun zur Erkenntnis, dass die drei Heimkinder unter bestimmten Auflagen ihren Eltern zurückgegeben werden können: „Es war das erste Mal, dass sich ein Psychiater mit den dreien in ausführlichen Einzelgesprächen beschäftigt hat. Der Erstgutachter, dem die Einweisung einfiel, hat die Kinder ja nie zu Gesicht bekommen“, empört sich Prillinger.

Quelle: Rundschau Online

 

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H.U.I. da wurden ja schon wieder 3 Kinder schwerst traumatisiert und das im Sozialland Oberösterreich. Ich kann leibliche Eltern nur warnen - keine Deals mit den Jugendämtern!!