Submitted by reichmann on Sa, 19.09.2009 - 07:45:30

Peter 8Ein Jugendamt steckte den Sohn eines Welsers in ein „Behindertencamp“ in Baden-Württemberg. Dies auf Betreiben der Mutter. Pikant: Sie arbeitet selbst als Juristin bei der Jugendwohlfahrt. Im Heim erkrankte das Kind an der Krätze und wurde misshandelt.

Seltenheitswert haben laut Praktikern Fälle, in denen ein Minderjähriger wegen Gefährdung des Kindeswohls der Mutter behördlich weggenommen wird, um es zum Vater zu geben. Da ist es schon pikant, dass ein Pflegschaftsgericht kürzlich ausgerechnet der leitenden Beamtin eines Jugendamtes die Obsorge über ihren Sohn (8) entzogen und diese dem Vater übertragen hat.

Der Wirtschaftsberater (55) aus Wels kämpfte seit mehr als zwei Jahren um seinen Sohn, der nach der Trennung bei der Mutter geblieben war. Aus zahlreichen Dokumenten, die den OÖN vorliegen, geht der fortschreitende seelische Verfall des Kindes hervor. Die Alleinerziehende sei demnach mit dem Kind zunehmend überfordert gewesen.

Ein Psychotherapeut, der für die Einrichtung TAF (Therapeutische ambulante Familientherapie) arbeitet, diagnostizierte beim Kind das „Asperger Syndrom“, eine seltene autistische Störung. Bemerkenswert ist, dass TAF – vor allem in Oberösterreich und Salzburg – zahlreiche Aufträge von der Jugendwohlfahrt (Familientherapien, Mediationen...) erhält. TAF und dessen Chef, der Gerichtsgutachter Egon Bachler, sind regelmäßig Gegenstand heftiger Kritik u.a. der Rechtsanwaltskammer. Von „Monopolstellung“ und „Gutachterindustrie“ bei TAF war mehrfach die Rede.

Die Situation spitzte sich im Sommer 2007 zu. Die Mutter erzählte ihrem Ex-Partner, das Kind in einer Anstalt für behinderte Kinder in Brachenreuthe in Vorarlberg unterbringen zu wollen. Der Vater recherchierte, dass der Ort im deutschen Baden-Württemberg liegt. Er erfuhr, dass die Mutter vom Magistrat, ihrem Dienstgeber, bereits die Übernahme der Kosten für die „Fremdunterbringung“ in Brachenreuthe bewilligt bekommen hatte: 6800 Euro pro Monat. Trotz des Antrags des Vaters auf Übertragung der Obsorge und auf eine einstweilige Verfügung, „dass mein Sohn 500 Kilometer weg nach Deutschland verfrachtet wird“, kam der Bub nach Brachenreuthe.

Zu Weihnachten 2007 besuchte das Kind den Vater in Wels. Ein Hautarzt stellte Skabies, die Krätzmilbe fest. „Das lässt auf katastrophale hygienische Zustände in Brachenreuthe schließen“, sagt ein Spitalsarzt. Der Vater informierte die Gesundheitsbehörden in Baden-Württemberg, woraufhin die Einrichtung überraschend den Heimplatz des Buben kündigte. Im März 2008 kehrte das Kind nach knapp sieben Monaten Aufenthalt in Deutschland nach Wels zurück. Laut Vater war der Bub von blauen Flecken übersät: Misshandlungen, die von älteren Heimkindern in Brachenreuthe stammten.

Quelle: (Oberösterreichische Nachrichten - staro)