Submitted by reichmann on Di, 15.02.2011 - 15:44:59

Kurt Essmann

Ein Vater, der von seinen Kindern ferngehalten wird, soll Richterinnen bedroht und genötigt haben. Er nennt das "Aufrütteln".

„Nicht schuldig“: Essmann plädiert auf Freispruch, er stehe „für die Zukunft unserer Kinder“ vor Gericht.

Ausgerechnet am Valentinstag, am Tag der Liebe, wird in Wien ein Prozess eröffnet, in dem es um Rosenkriege geht. Während einige Damen aus dem Publikum eine Blume zwischen den Fingern drehen, erzählt der angeklagte Vater vom Halbe-halbe-Deal mit der Familienrichterin. Er habe auf die kleinere Tochter "verzichtet" und dafür die größere "bekommen". Sprich: Das Sorgerecht wurde zwischen ihm und seiner Ex-Frau geteilt. Nach dem Motto: Du kriegst das Tafelservice, ich nehm' die CD-Sammlung.

Nur dass seine Ex-Frau alles haben wollte, sodass seine fünfjährige Tochter ihn jetzt gar nicht mehr erkennt und die 13-Jährige einen Selbstmordversuch verübt haben soll, weil dem Vater der Kontakt verwehrt wurde. Kurt Essmann, 48, ist dabei halb durchgedreht. Er schickte "seiner" Richterin und einigen ihrer Kollegen, Sozialarbeiterinnen vom Jugendamt sowie Gerichtsgutachterinnen eMails, in denen er laut Staatsanwalt unverblümt drohte und die Protokollierung von Rekursen zu erzwingen versuchte. Auch wird er beschuldigt, die Behörden mit dem Vorwurf der Kindesmisshandlung, der Gehirnwäsche und des Akten-Fälschens öffentlich beleidigt zu haben.

Weil er mit gleichgesinnten Vaterrechts-Aktivisten zu fünft Richterzimmer besetzte, die Einschüchterungen filmte und ins Internet stellte, kam Essmann sogar in U-Haft. Und man ermittelte gegen ihn sowie seine Begleiter - so behauptet Essmann - nach dem so genannte Mafia-Paragrafen wegen Bildung einer kriminellen Organisation. Angeklagt ist das aber nicht, Essmann steht vorerst allein vor Gericht. "Für die Zukunft unserer Kinder", wie er sagt.

Hades

Mit Anspielung auf den Amoklauf im Bezirksgericht Hollabrunn schrieb Essmann - der gern mit "Hades" signierte - in seinen eMails: "Seit Hollabrunn gehen die Uhren anders". Oder: "Ihr werdet alle zur Rechenschaft gezogen." Oder: "Ich gehe meinen Weg bis ans Ende, aber nicht auf dem Papier." Ob er drohen wollte, fragt der Richter. "Aufrütteln", sagt Essmann: "Sie werden nirgendwo das Wort Tod finden. Aber wenn meinem Kind etwas passiert, muss die Richterin Rechenschaft ablegen."

Und das Jugendamt, und die Gutachterin? "Weil ich Verantwortung für meine Kinder übernehmen will, sollte ich zum Psychiater, ohne jeden Verdacht! Wir stehen als Gewalttäter da, nur weil wir alles dokumentieren und an die Öffentlichkeit bringen", sagt Essmann. Der Prozess ist für eine Woche angesetzt.

Kurier | Ricardo Peyerl

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Die Verletzung elementarer Menschenrechte ist in Österreich besonders stark ausgeprägt. Wobei auffällt, dass jegliche Gegenwehr betroffener Väter kriminalisiert und pathologisiert wird. Das sind Methoden, die man in Diktaturen antrifft. So wurden auch im ehemaligen Ostblock Regimegegner nicht nur weggesperrt, sondern in vielen Fällen wurden sie in die Anstalt eingewiesen. Denn wer etwas gegen das System vorzubringen wusste, kann nur verrückt sein. Der eur. Gerichtshof für Menschenrechte hat die Praxis der Familien- und Scheidungsgerichte in Deutschland dutzende Male gerügt und Nachbesserung gefordert. Gegen Österreich dürfte dies nicht anders sein. Es sind vor allem die deutschsprachigen Länder Österreich, Deutschland und Schweiz, die sich konsequent verweigern, wenn es um Väter- und Kinderrechte geht. Und besonders auffällig für diese Länder ist ebenso, dass sich die Presse in der Berichterstattung nahezu grundsätzlich auf die Seite derer stellt, die die Menschenrechte brechen.