Gespeichert von LittleBuddha am Di, 18.09.2007 - 00:28:21

SOS-KinderdorfDie Kleine Lisa findet es ja gut, wenn sich SOS Kinderdorf mit der Organisation FICE und anderen über die momentane Situation der Fremdunterbringung Gedanken macht. Wir finden es aber bedenklich, wenn SOS Kinderdorf die nun entwickelten Standards als Schleichwerbung nutzt. In Kürze werden wir umfassend, natürlich mit einer entsprechenden Gegendarstellung, darauf eingehen. Bis dahin möchten wir ein paar Beispiele aufzeigen!

  1. In den Standards steht, dass der Herkunftsfamilie und dem Kind Privatsphäre zusteht. Tatsächlich werden Telefonate zwischen Kindern und ihren Eltern mitgehört, abgehört und sogar aufgenommen (nicht nur bei SOS Kinderdorf). Sogar die Abnahme von Handys wurde uns gemeldet.
  2. Die Standards sagen, Kinder und Herkunftsfamilie müssen gehört und miteinbezogen werden. Warum kann es passieren, dass die Kinder bei der Ankunft gleich die Haare geschoren bekommen, die persönlichen Sachen durch Kleidung und Spielzeug von SOS Kinderdorf getauscht wird, und Kindern vorgesagt wird, was sie dem Gutachter zu erzählen haben, nämlich, sie wollen im SOS Kinderdorf bleiben.
  3. Die Standards sagen, der Kontakt zwischen Herkunftsfamilie und Kindern unterstützt und gefördert werden. Warum bekommt dann ein SOS Kinderdorf Kind z.B. nur einmal im Monat Besuch von den Eltern, weil mehr nicht erlaubt wird und das für gerade mal 1/2 Stunde oder max. 2 Stunden. Wieso darf ein Elternteil nicht von Verwandten und Vertrauten des Kindes begleitet werden und warum sind Foto- und Filmaufnahmen verboten?
  4. Wieso stehen die Standards dafür ein, dass Geschwister nicht getrennt werden, wenn das im SOS Kinderdorf dann doch passiert.
  5. Der Wechsel in das neue Zuhause (SOS Kinderdorf) wird gut vorbereitet und sensibel angegangen. Wie kann es dann sein, dass SOS Kinderdorf Kinder in der Schule mit dem Taxi abgeholt werden und dann ohne Verabschiedung von den leiblichen Eltern ins SOS Kinderdorf kommen. Oder wie kann es sein, dass mehrere Kinder hintereinander mit 24 Stunden Vorankündigung im Krankenhaus abgeholt werden und direkt ins SOS Kinderdorf kommen.
  6. Die Standards sagen, Kinder sollen nicht weit von der Herkunftsfamilie untergebracht werden. Warum werden dann Kinder aus Wien ins SOS Kinderdorf nach Tirol geschickt und umgekehrt?

Laut Quality4Children:

Diese Standards sind unter der wesentlichen Mitwirkung von 153 Kindern und jungen Erwachsenen, 36 leiblichen Eltern, 106 Betreuer(inne)n und 24 Familienangehörigen, Jurist(inn)en und Regierungsvertreter(nne)n aus ganz Europa entwickelt worden.

Wir sagen dazu:

Für ein europaweites Projekt schwache Zahlen. Wir wollten mitmachen und sind abgelehnt worden. So wie viele andere ehemalige SOS Kinderdorf Kinder auch!!! Witzig ist ja, dass sogar unsere Kritik mit diesem Dokument mehrheitlich bestätigt wird (z.B. Warnpunkt: Es wird eine Geschichte nur einseitig gehört!)