Submitted by reichmann on Fr, 26.09.2008 - 23:58:20

Am zweiten Prozesstag wurde der Peiniger von Luca zu einer drakonischen Strafe verurteilt. Lebenslang und die anschließende Sicherungsverwahrung (Urteil nicht Rechtskräftig).

Viel schleppender gestalten sich natürlich die Ermittlungen gegen die Unmenschen, die diese grauenhafte Tat erst ermöglicht haben, weil man eindeutige Alarmzeichen einfach missachtet hat. Mitarbeiter der Jugendwohlfahrt und auch Kinderschutzgruppen sollen von den schrecklichen Misshandlungen gewusst und nichts unternommen haben, um das Leben des kleinen Jungen zu schützen.

Das Leid ist real nicht fassbar

Das Leid Lucas ist real nicht mehr fassbar, eines der schlimmsten Verbrechen, die an einem Kind jemals begangen wurden. Die ganze Vorgeschichte, das monatelange Leiden durch schwerste Verletzungen, Prellungen, Rippenbrüche, wurde bewusst ausgeklammert. Es laufen zwar Voruntersuchungen gegen Ärzte, Mitarbeiter des Jugendamtes und Kinderschutzeinrichtungen. Es wird zu prüfen sein, ob dieser grausame Mord nicht verhindern werden hätte können und welche Mitschuld andere an diesem nicht mehr begreifbaren Leid trifft.

Keine Untersuchungshaft

Diese Verdächtigen können ungestört vertuschen, ausreden, Akten manipulieren und – sollte es überhaupt zu einer Anklage kommen – sich bestens auf die Verhandlung vorbereiten.

Maßnahmen wie Untersuchungshaft, Hausdurchsuchung und Beschlagnahme von Akten ist in diesem Fall offensichtlich nicht angedacht, obwohl Beamten der Jugendwohlfahrt und Kinderschutzgruppen schon zuvor die schweren Verletzungen des kleinen Luca bekannt gewesen sein sollen und offensichtlich alle untätig zugeschauthaben, oder wieder einmal überlastet waren.

Keine amtswegige Anzeige

Für den laienhaften Betrachter ist es auch nicht mehr nachvollziehbar, dass in Österreich NGO’s wie „Resistance for Peace“ Anzeigen erstatten müssen, um Untersuchungen in Gang zu bringen. Vereine, deren Aktivisten ehrenamtlich (ohne Bezahlung) ihren Kopf hinhalten, wenn sie nicht gerade wegen fadenscheiniger Anschuldigungen monatelang in Untersuchungshaft sitzen (VGT) und erst freigelassen werden, wenn es auch durch Manipulation nicht mehr möglich ist irgendwelche strafbaren Handlungen nachzuweisen.

Vertuschung bis nach oben?

Offenscihtlich bis ganz oben, zu den politisch Verantwortlichen, reichen die Seilschaften, die alles unternehmen, um derartige Verfehlungen der Beamten zu vertuschen. Medien werden zum Teil bewusst falsch informiert um von wahren Sachverhalten abzulenken. Ohne Insiderwissen und Informanten aus den betreffenden Lagern ist es praktisch unmöglich solche Missstände aufzudecken. So lief alles jahrelang den gewohnten Gang. Niemand musste sich vor Aufdeckung fürchten, weil es sich hier um eingespielte und vor allem über Jahre gewachsene Verflechtungen zu handeln scheint, die nur ab und zu ein kleines Bauernopfer ausliefern um den Schein zu wahren.

Dringende Maßnahmen

Immer wieder hört man von Neuerungen, allesamt eingeführt um solche „Skandale“ künftig zu verhindern. Der Erfolg will sich dennoch nicht einstellen. Es reicht nicht bloß nach höheren Strafen zu rufen, die ohnehin nur dem „Kleinen Mann/Frau“ treffen, Beamte jedoch mit Kuschelurteilen unter einem Jahr schlüpfen, damit sie nicht ihren Job verlieren und so lustig weitermachen können. Das muss sich sofort ändern. Politiker, die Missstände in ihren Ressorts zulassen und nicht abstellen, müssen unverzüglich zurücktreten.

Zertifizierung

Menschen in wichtigen Berufen werden laufend überprüft. Es kann jedoch nicht angehen, dass jeder Lokführer in kurzen Abständen auf Zuverlässigkeit und Tauglichkeit überprüft werden muss, Sachverständige hingegen lediglich alle 10 Jahre zu einem kurzen Kollegengespräch gebeten werden. 10 Jahre sind eine viel zu lange Zeit. Viele psychische Krankheiten, aber auch private Schicksalsschläge, Alkohol- und Drogenmissbrauch, können zu einer schweren Beeinträchtigung führen, die dann lange unerkannt bleiben und ein Gutachter, psychisch schwer beeinträchtigt, unglaublichen Schaden anrichten kann.

Viele Berufsstände, auch Beamte, Staatsanwälte, Richter usw., werden bislang überhaupt nicht überprüft. Schicksalsschläge mit schweren psychischen Folgen, Alkoholismus, Drogen etc. können auch Menschen in diesen Berufen beeinträchtigen. Doch diese Menschen werden allesamt nicht überprüft, obwohl sie tagtäglich schwerwiegende Entscheidungen zu fällen haben, die ganze Familien in den Ruin treiben und gesellschaftlich zerstören können.

Deshalb ist dringend anzudenken, wie auch solche Menschen zertifiziert und in regelmäßigen Abständen rezertifiziert werden können, wie es beim einfachen Lokführer und natürlich auch jedem Piloten schon lange vorgeschrieben ist.