Gespeichert von LittleBuddha am So, 01.07.2007 - 19:10:57

Wie mächtig Medien sind und wie leichtgläubig sich die Konsumenten von Medien manipulieren lassen, zeigt nicht nur ein Artikel des Nachrichtenmagazin News vom 11. Jänner 2007 und der Neuen Kärntner Tageszeitung vom 18. Jänner 2007 über Vorgänge rund um den einstigen Verein Int. Network of Human Rights. Aktuell zeugt allerdings der Fall des 17 jährigen Marco W. aus Deutschland für Aufsehen, denn er habe laut Anklage ein 13 jähriges britisches Mädchen sexuell missbraucht und sitzt deshalb seit mehr als 80 Tagen in türkischer U-Haft nahe des Touristenort Antalya. Nun wurde bekannt wie die Bild-Zeitung das Interview unter Druck inszenieren konnte und weder der Jugendliche selbst, geschweige denn sein Anwalt und schon gar nicht seine Eltern hätten das Interview so genehmigt.

Das Auswärtige Amt beschwert sich nun nach einem Bericht des "Spiegel" bei den türkischen Behörden darüber, dass sie ein Interview mit dem Minderjährigen zugelassen haben. Das Interview hatte die türkische Zeitung "Hürriyet" offenbar auf Druck des Bild-Chefredakteur Kai Diekmann geführt.

Roland Reichmann, Initiator des Int. Network of Human Rights, kennt diese Machenschaften und packt nun erstmals aus, wie Redakteur Christoph Lehermayr vom Nachrichtenmagazin News vorgegangen war. "Ich wurde wenige Stunden vor Redaktionsschluss mit unterdrückter Nummer angerufen und hatte gar keine Gelegenheit mich entsprechend zu äußern! Fassungslos wie man von rund 14 Familien und polizeilichen Ermittlungen quer durch das Bundesgebiet berichten kann. Ich habe auch nie eine Unterlassungsklage von der Kärntner Landesregierung hinsichtlich unserer Berichterstattung bekommen und eine angebliche Anzeige Gaschlers dürfte sich wohl im Sande verlaufen haben!".

Geht es nach Reichmann, müssen nun Gerichte und Behörden klären, ob sowohl die Angriffe gegen INHR als auch die Vereinsauflösung gerechtfertigt sind oder als Fehde hinsichtlich der Arbeit des Int. Network of Human Rights betrachtet werden müssen.

Woher das Nachrichtenmagazin News seine Informationen hat darf nur gemutmaßt werden, denn Johann Reiter vom Landeskriminalamt Kärnten kann sich zwar an eine Anfrage von News erinnern, hat aber keine Informationen herausgegeben, da es schlichtweg keine gab. Reiter kennt auch keine der angeblich 14 geschädigten Familien.

Im Fall Marco W. scheint aber auch der Deutsche Privatsender RTL seine Position gefunden zu haben, denn mit einem Videointerview, welches in den letzten Tagen vielemale gezeigt wurde, wollte man den Fall pardo in die Schlagzeilen halten. Nicht fehlen durfte natürlich ein Ratschlag an alle Eltern und Interviews mit 13 jährigen Mädchen.


Update: Selbstverständlich hat sich INHR stets vollkommen rechtskonform verhalten, die Vereinsauflösung wurde von der BH Wolfsberg rechtswidrig durchgeführt.

Die Innenministerin Dr. Fekter hat den Verein 2 Jahre nach der Auflösung per Vefügung an die Sicherheitsdirektion Kärnten, amtswegig wieder einsetzen lassen.

INHR: Behördliche Vereinsauflösung vollkommen rechtswidrig

Zur Klarstellung: Am 31. März 2007 (nach 16 Monaten Untersuchung) hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt sämtliche Untersuchungen eingestellt, weil sich überhaupt keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten ergeben haben. Gegen Christine Gascgler-Andreasch (SPÖ-Amtsmandatarin und Leiterin der Kärntner Jugendwohlfahrt) laufen nun Untersuchungen unter anderem wegen schweren Amtsmissbrauchs.