Gespeichert von reichmann am Mo, 03.11.2014 - 22:47:22

Sexualunterricht

In Österreich entbrennt gerade eine Diskussion, ab wann man Kindern das A und O des Sexuallebens beibringen solle. Mit einer dubiosen, nicht reparäsentativen Umfrage unter Mitgliedern einer parteinahen Organisation, will Ministerin Heinisch-Hosek die Notwendigkeit einer Sexualerziehung bereits ab dem Kindergarten verkaufen. In Deutschland ist dieser Irrweg bereits zu Ende. Teuer gedruckte Sex-Bücher für Kinder werden zurückgezogen.

Eigentlich sollte es aufklären, jetzt sorgt es aber für Streit: Die Hamburger Schulbehörde zieht ein umstrittenes Handbuch zum Sexualkunde-Unterricht vorläufig zurück. Damit reagiert die Behörde auf die Kritik von konservativen Politikern und Publizisten wie Jan Fleischhauer. Das Buch heißt "Sexualpädagogik der Vielfalt" und hat einem Bericht von NDR 90,3 zufolge längst zu einer Art von Glaubenskrieg geführt, wie weit Aufklärungsunterricht im Jahr 2014 gehen darf. Kritiker hinterfragen, ob beispielsweise 14-Jährige im Unterricht schon über Oralsex, Vaginalkugeln, Herrentangas und Lederpeitschen sprechen sollten.

CDU stellt klare Forderungen

Das Lehrbuch steht auf der Literaturliste des Hamburger Lehrerinstituts. Die Hamburger CDU wollte deshalb vom Senat wissen, was er von dem Handbuch hält. Offenbar wird der Schulbehörde die Debatte jetzt zu heiß. Die Liste sei aus dem Netz genommen worden und werde überarbeitet, antwortet der Senat. Doch der CDU-Schulpolitikerin Karin Prien geht das noch nicht weit genug. Sie fordert, dass die Lehrer angewiesen werden, das Buch nicht mehr zu nutzen.

Werden Jugendliche überfordert?

Nicht alle Politiker der Hansestadt stehen hinter dieser Forderung. Die Schulpolitikerin Stephanie von Berg (Grüne) will zwar nicht ausschließen, dass das Buch Jugendliche überfordern könnte, doch manchmal seien Schüler auch weiter als ihre Lehrer in Sachen Sex.

Über den Inhalt des Sexualkunde-Unterrichts hatte es zuletzt vor allem in Baden-Württemberg heftige Debatten gegeben, weil Schüler dort mehr als bisher über Schwule und Lesben lernen sollen. Auch in Niedersachsen wird über Pläne diskutiert, sexuelle Vielfalt im Aufklärungsunterricht zu thematisieren.

Widerstand in der Bevölkerung zahlt sich aus und wird zur Pflicht, wenn sich Politiker auf Trends berufen, die die Entwicklung unserer Kinder nachhaltig stören.