Gespeichert von LittleBuddha am So, 15.04.2007 - 00:22:56

HeidlmairDie Skandal Hochburg in der österreichischen Jugendwohlfahrt, die sozialpädagogischen Wohngruppen von Peter Heidlmair aus Kremsmünster, darf sich nun zum Motto "Aller guten Dinge sind Drei" gesellen. Wie bereits berichtet, hatten zwei Buben aus einer Wohngemeinschaft in der angrenzenden Kirche fast eine Feuersbrunst entfacht. In einer anderen Wohngemeinschaft waren mehrere Jugendliche in betrunkenen Zustand auf ihre Erzieherinnen losgegangen.

Am 15. März 2007 musste sich ein wohl ungewöhnliches Quartett vor Gericht verantworten. Zwei junge Heimzöglinge, der Erzieher und dessen Freundin hatten sich in mehreren Anklagepunkten zu verantworten. Das Verfahren endete mit Schuldsprüchen.

Die Missstände in der Freien Jugendwohlfahrtseinrichtung Lebensraum Heidlmair wollen nicht enden. Kinder die Kirchen entzünden, Jugendliche die sich vor den Erziehern betrinken und darüber hinaus brodelt die Gerüchteküche mit Aussagen ehemaliger Heimbewohner.

Auch Lena (15) - wir haben schon viele male über das Mädchen aus Klagenfurt berichtet - sie war in Kremsmünster durch Christine Gaschler Andreasch und die Kärntner Jugendwohlfahrt untergebracht und 17 Mal geflitzt. Viele Kinder und Jugendliche kommen aus Kärnten und sollten in dieser Einrichtung Therapien und soziale Unterstützung erfahren. Offenbar weit gefehlt. Die Zustände dort lassen nur erahnen wie Kinder und Jugendliche ohne jegliche Förderung bleiben und die Kompetenz solcher Fachkräfte muss in Frage stellt werden.

Stefan S. (16) und Raphael Sch. (15) dürften im Reigen der Unfähigkeit nur die Spitze des Eisberg sein. Nachdem das Taschengeld nicht gereicht hat, wurde dies mit Diebesgut aufgebessert. Abnehmer der "Heißen Ware" der 28 jährige Erzieher Thomas G., der als Praktikant bei Lebensraum Heidlmair tätig war.

Während sich die Minderjährigen geständig zeigen, leugnet Thomas G. bis zum Schluß. Als Richter Mayer vor dem Unschuldslamm der Kragen platzte, sagte der Vorsitzende zum Beschuldigten "Sie haben die Burschen, die am Rand der Gesellschaft stehen noch tiefer hineingeritten und ihre Schwäche ausgenutzt".

Gegenstand der Hehlerei waren Computerspiele und der Schaden wird auf mehr als Euro 10.000,00 beziffert.  So konnte die Polizei über 80 Computerspiele bei G. sicherstellen, die nach und nach via Ebay versteigert werden sollten.

Besonderer Naivität bediente sich die Freundin von G., Helga W., denn sie hätte keine Computerspiele bestellt. Jedenfalls lieferten die Burschen ihre Ware regelmäßig an der Privatadresse ihres Erziehers ab und kassierten dafür zwischen Euro 10,00 und Euro 20,00 pro Computerspiel.

Es wäre nicht das erste Mal, das sich Erzieher von Lebensraum Heidlmair privat mit ihren Schützlingen treffen, wie bereits seit dem Bekanntwerden des brisanten Fall - Lena (15) - aus Klagenfurt bekannt wurde.

Offenbar blieb der Freien Jugendwohlfahrtseinrichtung Lebensraum Heidmair diese Hehlerei verborgen oder zumindest sah niemand was vor sich ging. Jedenfalls stellt sich die Frage ob letztlich nur der Erzieher, er wurde zwischenzeitlich entlassen, diese Vorgänge zu verantworten hat oder weitere Verantwortliche zu suchen sind.

Thomas G. wurde zu 16 Monaten Haft (davon 4 unbedingt) verurteilt. Die anderen Beschuldigten erhielten bedingte und teilbedingte Strafen.

Für das Sozialland Oberösterreich unter Soziallandesrat Josef Ackerl (SPÖ) eine düstere Bilanz. Erst der Fall aus Grammastätten, dann die unentwegten Entgleisungen bei der Firma Heidlmair, die im übrigen als Gesellschaft mit beschränkter Haftung gewinnbringend arbeitet. Nicht zu vergessen jener Erzieher, der ebenso in Steyr ein 16 jähriges Mädchen in der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft geschwängert hatte. Der Staatsanwalt stellte seinerzeit das Verfahren ein.


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