Submitted by LittleBuddha on Fr, 13.04.2007 - 14:03:40

Am 30. März 2007 fand in Arnfels der Spatenstich für ein neues Pro Juventute Haus statt. Dort sollen 13 Kinder ein "Dahoam" finden. Kinder die aufgrund von Vernachlässigung, nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, werden von Pro Juventute in sozialpädagogischen Wohngruppen und Kinderdorf Familien betreut. Die Schirmherrin Fiona Swarovski Grasser (Anm. d. R.: richtiger weise Fiona Pacifico Griffini Grasser) sollte laut Presseaussendung von Pro Juventute Vor-Ort sein. Doch jene Dame, die den Kabarettisten Florian Scheuba wegen Übler Nachrede klagen wollte, sagte einfach ab.

Am 26. März 2007 verkündet Pro Juventute in einer Presseaussendung die Absage von Fiona Grasser, die in Medien gerne als "Fiona Swarovski" genannt wird. Der Grund ist schlicht und ergreifend anrüchig. Dringende Gespräche mit der Internationalen Modebranche in Italien sollen wichtiger sein als vernachlässigte Kinder?

Wir sind enttäuscht und möchten natürlich nicht unerwähnt lassen, dass Ex Finanzminister und Gatte der Schirmherrin nach wie vor ein Ministergehalt von Euro 11.000,00 pro Monat sein Eigen nennen darf. Damit kann sich Karl-Heinz Grasser zu den prominenten Arbeitslosen in Österreich reihen.

Die dreifache Mutter und Schirmherrin des Kinderprojektes am Sonnweg dürfte allerdings auf wenig Gegenliebe bei den Kinderschützern stoßen.

Jedenfalls ist die Positionierung prominenter Individuen gern gesehen. Tatsächlich aber orten Kritiker immer wieder den Eigennutzen für die Persönlichkeiten selbst. So stehen eigene Interesse nicht unwesentlich im Vordergrund, wenn es heißt Organisationen wie Pro Juventute oder SOS Kinderdorf zu unterstützen.

Besonders aktiv zeigt sich in diesem Zusammenhang SOS Kinderdorf Österreich. Ob Ö3 Moderator Peter L. Eppinger oder Opern Diva Anna Netrebko. Hi und da dürfen es sogar Fußballstars sein, die anschließend natürlich Autogrammkarten verteilen und Trikots an ihre Patendörfer schicken. Dafür gesellen sich schnell ein paar Kinder aus einem österreichischen SOS Kinderdorf zu den Paten und posieren wie kleine Medienstars vor Dutzenden Journalisten.

Abschließend möchten wir nicht unerwähnt lassen, wie SOS Kinderdorf Österreich bereits mit Erfahrung und Intelligenz ausgesuchte Kinder in die Kamera hält. Nicht immer mit Zustimmung der leiblichen Eltern, die während solcher Medienrummel per Gericht um das Sorgerecht ihrer Kinder kämpfen.

Nicht in jedem Fall sind Kinder tatsächlich vernachlässigt worden und nicht in jedem Fall kann die Kindesabnahme und Unterbringung in einem SOS Kinderdorf innerhalb von Österreich gut geheißen werden. Unabdingbar leistet diese Organisation großartige Arbeit in vielen Teilen dieser Erde. Doch sollten die Erfahrungen in Österreich auch hierzulande umgesetzt werden und nicht die Maßstäbe der SOS Kinderdorf Arbeit in einem Entwicklungsland Geltung haben.