Submitted by LittleBuddha on Fr, 04.04.2008 - 00:15:04

SOS-KinderdorfIn ihrem Weblog beklagt SOS Kinderdorf Mutter Alexandra Eggenreich jüngst das Verhalten ihres Pflegekindes Dennis. Der Junge sei tyrannisch, bedrohlich, ja sogar ein Dieb. Eine Krisenrunde aus Jugendamt, Pflegemutter, Therapeut und Familiencoach sollten dem Jungen Angst einflößen. Der sagt aber nur: "Ist mir doch wurscht!"

Manche Organisationen, die doch angeblich so sehr auf unsere Spenden angewiesen sein wollen, scheinen echt zuviel Geld zu haben. Da lag heute ein Brief vom “SOS-Kinderdorf e.V.” im Kasten. Darin ein relativ aufwendig gestalteter Briefbogen: also nicht nur in A4, sondern mit einem Anhängsel an der Seite für die Spendenquittung und eine Reihe unterschiedlich bebilderter Adressaufkleber.

Dazu lag im Brief ein Flyer mit bunten Bildchen, der ebenfalls nicht gerade unprofessionell zusammengeschustert wirkte. Soweit ist es ja fast noch normal.

Das Schärfste aber waren zwei postkartengroße Blätter mit verschiedenen kleinen fröhlichen Aufklebern: das eine speziell mit Ostergrüßen, das andere mit allgemeinen Grüßen, Wünschen, Dankesfloskeln.

Jetzt frage ich mich, was das eigentlich bringen soll. Die Aufkleber sind niedlich, wirklich, aber wo soll ich die hinkleben? Wenn ich mich also nicht anstrenge, landen die im Müll. Zudem ist auf den einzelnen Kleberchen kein Hinweis auf “SOS-Kinderdorf e.V.” zu finden. Die Aufkleber können also noch nicht mal als Multiplikatoren dienen.

Und dann diese Adressaufkleber. Wissen solche Vereine eigentlich, dass heutzutage kaum noch Briefe geschrieben werden? Und ich kann doch kaum auf meinen Bewerbungsbrief so einen draufkleben. DA steht nämlich dann www.sos-kinderdorf.de drauf. Möglicherweise denkt der potentielle AG dann gleich, dass ich irgendwas anprangern will, somit eine unbequeme Person bin und schon ist der Job futsch. Auch bei seltenen Briefen an Freunde schreibe ich doch lieber (wenn ich schon schreibe) alles mit meiner Handschrift. Vielleicht könnte ich den Aufkleber bei Briefen ans Finanzamt verwenden. Aber ob davon dann die SOS-Kinderdörfer was haben??

In dem Flyer sehe ich nur fröhliche, lachende Kinder! Motiviert mich das, etwas gegen das Elend zu tun? Klar, es ist nicht gerade angenehm, offene Wunden, dürre Kinder und elendige Hütten auf Müllbergen zu sehen. Aber glaubhafter würde es wirken.

Und was kostet so ein Brief eigentlich? Die Gestaltung, der Druck, die Aufkleber… Also dass es automatische Briefbogenfaltemaschinen gibt, weiß ich. Aber gibt es inzwischen auch Briefeinpackmaschinen? Soweit ich weiß, muss man das immer noch von Hand machen. Gut, da haben vielleicht ein paar Leute hier Arbeit aber das kostet doch auch Geld! Oder lassen die das von den Kindern der Kinderdörfer machen? So als Post-AG vielleicht? Und hätten somit auch gleich eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, würden quasi ihre eigenen Mittel einwerben.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich bin nicht gegen solche Organisationen. Auch gespendet habe ich schon. Aber die Mittel! Sind die nicht etwas überdimensioniert? Es gibt ja auch andere Briefe mit Armbändchen drin und so nem Zeug. Reicht nicht ein einfacher Brief mit Überweisungsträger, auf dem noch nicht meine Daten eingetragen sind?

Mich nervt schon, wenn ich ans Entsorgen des Briefes denke. Nennen Sie mich paranoid, aber ich entferne immer meine Adresse von Materialien, die im Altpapier landen. Auf diesem einem Briefbogen muss ich nun 11mal meine Adresse entfernen.

Menschenskinder!