Gespeichert von reichmann am Do, 29.05.2008 - 11:38:31

Angehörige von UNO-Friedenstruppen und Mitglieder von Hilfsorganisationen haben nach einem Bericht der britischen Kinderschutzorganisation «Save the children» im Kongo, Elfenbeinküste und anderen Staaten Kinder sexuell missbraucht.

Einige der Opfer seien erst sechs Jahre alt gewesen, sagte Hearther
Kerr, Landesdirektorin der Organisation in Elfenbeinküste, dem
britischen Radiosender BBC.

Die
Hilfsorganisation habe mehrere hundert Kinder in Haiti, Elfenbeinküste
und dem Kongo befragt - Ländern, in denen ähnliche Vorfälle bereits in
der Vergangenheit aufgedeckt worden waren.

«Es wird nicht nur
Sex mit Minderjährigen gegen Lebensmittel gehandelt, es gibt auch
Vergewaltigungen und Kinderpornographie mit Kindern, die als
Flüchtlinge, Waisen oder Strassenkinder bereits besonders schutzlose
sind», betonte Kerr.

Der Bericht sei an die UNO geschickt
worden, welche die Vorwürfe untersuchen wollen, hiess es. Es handle
sich zwar nur um eine Minderheit von Friedenshütern und Helfern. «Aber
sie missbrauchen ihre Macht, um Kinder auszunutzen, die darüber
niemandem berichten können.»

Nach Angaben der Organisation sind
neben Angehörigen der UNO-Friedenstruppen auch Mitglieder vieler
regierungsunabhängiger Organisationen (NGO) in die Vorfälle verwickelt,
darunter auch «Save the children» selbst.

Die Kinder würden im
Austausch gegen Lebensmittel, Seife oder Mobiltelefone zu sexuellen
Handlungen gezwungen. Der zuständige UNO-Sprecher Nick Birnback nannte
die Missbrauchsfälle «völlig inakzeptabel».

Im vergangenen
November waren mehr als 110 srilankische Blauhelmsoldaten wegen
serienmässigen sexuellen Missbrauchs von ihrem Einsatz in Haiti
abberufen worden. Auch in der Elfenbeinküste, in der Demokratischen
Republik Kongo und in Liberia waren UNO-Soldaten in ähnliche Fälle
verwickelt. (sda)

Quelle: www.affolternonline.ch