Gespeichert von LittleBuddha am So., 13.05.2007 - 11:16:41

PaedagogikVisionaer writes, "

Liebe INHR-Leser, -Sympathisanten und -Kritiker!



Sie sind keine Profimütter, sie haben keinen Kollektivvertrag und auch keinen freien Tag pro Woche. Die Rede ist von den vielen Müttern im Land, die sich aufopfernd um ihre eigenen Kinder kümmern können. Sie hüten das Krankenbett wenn es den Kleinen nicht so gut geht und sorgen dafür, dass täglich eine gute Mahlzeit am Tisch steht. Meine leibliche Mutter ist bereits über 70 Jahre alt und ich blicke heute noch gerne auf eine schöne Kindheit gemeinsam mit meinen Geschwistern und Eltern zurück.


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Nicht jedes Kind hat das Glück und die Chance bei den leiblichen Eltern aufzuwachsen. Umso erfreulicher, wenn sich so genannte Profi Eltern um derart benachteiligte Kinder kümmern. Doch was geschieht, wenn diese Profi Eltern versagen. In einer früheren Kolumne habe ich mich im Fall Andreas gefragt was falsch gelaufen ist. Heute frage ich mich wie ein Dorfleiter des SOS Kinderdorf Pinkafeld 1 1/2 Stunden auf einen 13 jährigen Jungen einschlagen kann und das vor versammelter Menge.



Wo war denn in diesem Moment die Profimutter, bestückt mit Kollektivvertrag, Urlaubsanspruch, einen freien Tag pro Woche und dem Diplom zur gewaltfreien Erziehung dank Kolleg für Familienpädagogik?



Der betroffene Dorfleiter jedenfalls dürfte sich um dieses Diplom wohl kaum bemüht und stattdessen der autoritären Vaterrolle freien Lauf gelassen haben. Vielleicht arbeiten deshalb mehr allein stehende Frauen in einem Kinderdorf als Männer und vielleicht ist dieser Vorfall vom August 2003 kein Einzelfall.



Das betroffene Kind jedenfalls hat durch die Maßnahme wiederum gelernt zuzuschlagen, wenn jemand anderer Unrecht begeht und keinesfalls mit Verstand, Logik und verbaler Artikulation die Situation zu meistern. Kinder sollten auf die Erwachsenen aufblicken können, sie sind Vorbild und sie sollen die Heranwachsenden zu mündigen Bürgern erziehen.



Pflegschaftsrichter sprechen vom Kindeswohl, wenn es zu Hause nicht mehr funktioniert und ein Kind deshalb fremduntergebracht werden muss. Doch was geschieht mit dem Konzept Kindeswohl, wenn selbst in einem österreichischen SOS Kinderdorf Gewalt mit Gewalt befriedigt wird und weshalb werden Kinder immer wieder in einem SOS Kinderdorf untergebracht, wenn Eltern zu Gewalttäter degradiert sind. Letztlich verbringen die Kinder über Jahre in fremden Händen, bis ein Gericht die eigentlich schon erkannte Unschuld bestätigt.



Während zum Muttertag nicht allen Müttern zum Feiern zu Mute ist, geht's bei Pflege- und Kinderdorfmüttern richtig rund. Da werden Gedichte aufgesagt, Geschenke gemacht und vielleicht sogar ein Ausflug ins saftige Grün unternommen.



Es sei natürlich jenen Kindern gegönnt, die nun ein sicheres zu Hause finden konnten. Andere Kinder hingegen freuen sich bestimmt schon auf die großen Sommerferien, wenn in den Heimen, sozialpädagogischen Wohngruppen und auch den Kinderdörfern die alljährlichen Transfers nach Schulschluss stattfinden. Kinder kommen nach Jahren wieder zurück in die Herkunftsfamilie, andere Kinder vom Heim ins Kinderdorf und wieder andere Kinder sind bereits volljährig und somit zum Selbsterhalt verpflichtet.



Der heurige Muttertag und viele weitere also auch ein Tag zum Nachdenken?





Es grüßt,

der.pädagogik.visionär