Gespeichert von reichmann am Mo., 12.05.2014 - 12:45:34

Verschiedene Studien haben herausgefunden: Mindestens 40 Prozent der Erwachsenen (Männer und Frauen) mit homosexuellen Neigungen haben in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren, wobei gemeint ist: sexueller Missbrauch vor dem Alter von vierzehn Jahren mit einer Person, die mindestens fünf Jahre älter ist. Der Anteil homosexuell-transsexueller Männer, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, liegt möglicherweise noch höher. Dabei mag ein emotional belastetes Kind den Missbrauch als „einvernehmlich“ betrachten, wenn er mit irgendeiner Art „Zuneigung“ oder Aufmerksamkeit von Seiten des Täters einhergeht. 
Eine kleinere Studie ergab: 55 Prozent der Transsexuellen erlebte sexuellen Missbrauch vor dem Alter von achtzehn Jahren. In einem Artikel berichtet die transsexuell lebende kanadische Soziologieprofessorin Holly Devor (die heute als Mann lebt: Aaron H. Devor) über Zusammenhänge zwischen sexuellem Missbrauch in der Kindheit und späterer Transsexualität. Sie nennt eine Studie mit 45 Transsexuellen (alle Frau zu Mann), in der 60 Prozent der Personen von körperlichem, sexuellem oder emotionalem Missbrauch berichten: „Die Probanden berichteten häufig von den üblichen Spätkomplikationen nach sexuellem Kindesmissbrauch: Ängste, Depressionen, Essstörungen, Substanzenmissbrauch, stark erhöhte Aggressivität, suizidales Verhalten. Dennoch können die Wurzeln dieser Verhaltensweisen in der Kombination von Geschlechtsdysphorie und Missbrauch liegen. Transsexualität ist möglicherweise eine adaptive, extrem dissoziative Überlebensreaktion bei Personen, die in der Kindheit schweren Missbrauch erfahren haben.“37

[Dissoziation: Abspaltung bestimmter Gefühle oder Gedächtnisinhalte, oft eine Überlebensstrategie nach schweren Traumata].


37 Devor, Holly, Transsexualism, Dissociation, and Child Abuse: An Initial