Gespeichert von LittleBuddha am So, 30.03.2008 - 18:17:13
Wieder einmal sieht sich die österreichische Jugendwohlfahrt mit den anvertrauten Kindern total überfordert. Diesmal ist der Ort des Versagens das Mädchenheim (STEP) der Schwestern vom Guten Hirten in Baumgartenberg (Bezirk Perg - OÖ). Dort hatten sich drei Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren im angrenzenden Wirtschaftstrakt des Klosters zum "heimlichen Rauchen" verabredet. Als plötzlich eines der Mädchen ein Streichholz ins Stroh wirft, steht das Gebäude lichterloh in Flammen - Sachschaden über Euro 700.000,-!

Wenn Kinder nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, werden sie vom Jugendamt auch in ein Heim eingewiesen. Eine solche Erziehungsanstalt befindet sich auch in Baumbartenberg / Oberösterreich. Bis 1945 waren dort "schwererziehbare Mädchen" untergebracht. Heute werden in der Einrichtung sozialpädagogische Gruppen für Mädchen zur stufenweisen Persönlichkeitsfindung geführt.

Stufenweise entglitten dürften die Mädchen allerdings tatsächlich sein, wenn es um deren Erziehung geht. So wie in vielen anderen Einrichtungen auch, sind die Betreuer meist überfordert und nehmen Kriminalität, Gewalt sowie Drogenkonsum unter dem Auge der verantwortlichen Jugendämter ihren Lauf.

Jetzt mussten allerdings die Heimbetreiber selbst einen erbitterten Schaden in Kauf nehmen. Als drei Mädchen aus besagter Einrichtung Samstagnachmittag die Zeit totschlagen, sollte plötzlich das Stroh im angrenzenden Wirtschaftstrakt auf Feuertauglichkeit geprüft werden. Mittels Streichholz entzündet eines der Mädchen (16) die Feuersbrunst. Da halften auch keine Löschversuche der Jugendlichen, die sich schließlich aus dem Staub machen.

Über 100 Feuerwehrleute mussten zur Brandbekämpfung ausschwärmen und die Polizei konnte kurze Zeit später die Brandstifterinnen ausforschen. Die 16 jährige Verursacherin wurde auf freiem Fuße angezeigt.

Der Fall zeigt erneut auf die hilflos die österreichische Jugendwohlfahrt ihrem Klientel gegenübersteht. In diesem Sumpf des Amtsschimmel Debakels leiden am meisten leibliche Eltern und deren Kinder. Niemand will langwierige Familienrehabilitation auf sich nehmen, so werden Kinder nicht selten voreilig ins Heim gesteckt.

Alkohol, Drogen, Gewalt und Kriminalität sind die Grundkenntnisse eines Heimkindes, schnell muss unter Gruppenzwang der Überlebenskampf mit all seinen Lastern geübt werden. Nicht selten stehen dabei Mutproben am Stundenplan des Desasters. Während Betreuer gerne die Aufsichtszeiten mit rauchen und Kaffee trinken in ihren Büros totschlagen, sind die Kids sich selbst überlassen.

Im konkreten Fall dürfte wohl die Heimleitung gezwungener maßen ihre Lehren aus dem neuerlichen Desaster Jugenwohlfahrt ziehen. Schon mehrfach ist es in Oberösterreich zu Zwischenfällen gekommen. Bislang stand die Heimeinrichtung von Peter Heidlmair - Lebensraum Heidlmair - im Zentrum der Kritik. Unter anderem wollten 12 jährige Buben aus dem Heim in Kremsmünster die ortsansässige Pfarrkirche abfackeln.