Gespeichert von LittleBuddha am Fr, 15.08.2008 - 12:38:33

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Wie sagt schon Pipi Langstrumpf "Ich bin ein Kind und das ist mein Heim, also ist das mein Kinderheim". Mit Verweis auf die Villa Kunterbunt, klärt Pipi die Leiterin vom örtlichen Kinderheim auf. Sie will unbedingt das Pipi zu ihr ins Heim kommt, sie hätte ja keine Eltern mehr. Natürlich ist ein Plätzchen für das Mädchen mit den bunten Strümpfen schon reserviert.

Astrid Lindgren will ermahnen, hat sich wohl etwas gedacht, wenn die quirlige Pipi mit dem Äffchen "Herrn Nielson" und ihrem schwarz punktierten Schimmel "Kleiner Onkel" die Welt mit Kinderaugen sieht. Das erinnert mich an die unzähligen Abenteuer auf Gut Immenhof mit Oma Jantzen und den Pony Mädchen Dick & Dalli.

Heute macht einem das Fernsehen und die unzähligen Erziehungsberatungsstellen viel vor. Doch seien wir ehrlich zu einander, wer lebt sie nicht mit, die heiß geliebten Kinderabenteuer, die eigentlich zu Zeiten unserer Großeltern noch Realität waren. Heute geben wir unseren Kindern viel vor, wenn nicht, verstümmeln sie untätig vor der Spielekonsole, oder dem Fernseher als Alleinerzieher. Das Resultat sind ein hyperaktiver Nachwuchs, schon Schreibabys leiden unter dieser Reizüberflutung. Jetzt bleibt nur noch der Gang zu den Beratungsstellen, die wohl kaum in Astrid Lingrens Büchern blättern.

Eigentlich verschließen wir uns den eigenen Kindern, deren Phantasie verebbt, so wie in Michael Endes Erzählung "Die Unendliche Geschichte". Der enorm bedeutsame Trieb die Freizeit noch selbst zu gestalten, es gibt eben diese Abenteuer nicht mehr. Einstige Grünflächen sind verbaut, der Mensch bevorzugt das urbane Beisammensein mit all seinen negativen Facetten.

Auch wenn die Inflation steigt, die finanziellen Mittel beengt sind, könnte man doch so viele neue Herausforderungen verleben. Damals, ja da gab es auch kein Geld, aber lebenswichtige Werte, so wie bei meinen 3 Mädchen und ihren fünf Pferden. Die Versorgung ihrer Vierbeiner ist wertvolle Verantwortung, die alltäglichen Abenteuer im Baumhaus, am Heuboden oder bei lauer Sommernacht im Zelt, Kindheit ohne Grenzen.

Vielleicht sollten wir gerade jetzt an unsere eigene Kindheit zurückdenken, wie der Speicher unterm Dach zur Erlebnisstätte wurde, der Bach vor dem Haus täglich neue Überraschungen barg. Ja, da waren Kindheitsträume aus den Büchern von Astrid Lindgren noch Wirklichkeit, ohne Gratis Kindergartenplatz und überforderte Eltern.

Es grüßt,
der.pädagogik.visionär