Gespeichert von LittleBuddha am Fr., 01.12.2006 - 02:47:52

Jugendamt SkandalIm Fall "Kevin" hatte das Bremer Jugendamt zu spät reagiert. Es gibt aber auch Beispiele, in denen die Behörden möglicherweise voreilig gehandelt haben. Das VOX-Format "Süddeutsche Zeitung TV" berichtet am Montag, 4. Dezember, um 22.55 Uhr über den tragischen Fall eines umstrittenen Sorgerechtsentzugs.

Martha und Markus haben zwei Kinder, Mirjam und Manuel - Wunschkinder und Sorgenkinder: Mirjam kam mit Kaiserschnitt zur Welt, Manuel hat eine schwere Pilzinfektion in der Lunge. Nach vier Monaten kommt der Junge erneut mit Atemnot in die Klinik. Die Eltern vertrauen den Ärzten und hoffen auf Hilfe. Doch die Mediziner entdecken auf einem Röntgenbild Rippenbrüche. Sie schöpfen Verdacht und setzten alle Hebel in Bewegung.



Die Eltern erleben einen Alptraum. Die Behörden werfen ihnen vor, die Kinder misshandelt zu haben und entziehen das Sorgerecht: "Man sagte uns, dass man sie weggebracht habe - zu ihrem eigenen Schutz. Und wir verstanden die Welt nicht mehr", berichten die beiden. Für Martha und Markus beginnt ein zäher Kampf. Sie versuchen alles, um vor Gericht ihre Unschuld zu beweisen. Sie lassen sich psychiatrisch untersuchen und investieren 11.000 Euro - ihre gesamten Ersparnisse - in ein Gutachten, das klären soll, ob bei Manuel eine leichte Form der Glasknochenkrankheit vorliegen könnte. Nach eineinhalb Jahren kommt das Gericht zu einem Urteil: Die Tochter darf zwar wieder zu den Eltern zurück, der Sohn aber sei gefährdet. Der Junge kommt in eine Pflegefamilie, die mit dem ständig kränkelnden Kind überfordert ist.  Heute lebt Manuel in einem S.O.S. Kinderdorf.



"Süddeutsche Zeitung TV" zeigt in "Eltern unter Verdacht" das Schicksal einer zerbrochenen Familie. Haben die Behörden über das Ziel hinaus geschossen? Oder drohte tatsächlich Gefahr für die Kinder? "Süddeutsche Zeitung TV" hat den Fall ausführlich recherchiert und lässt Gutachter, Vertreter des Jugendamtes und die betroffenen Eltern zu Wort kommen.





Süddeutsche Zeitung TV: Eltern unter Verdacht - Eine Familie im Visier des Jugendamtes, Montag, 4. Dezember 2006 um 22.55 Uhr bei VOX.

Gespeichert von lostangel am Do., 08.09.2016 - 02:24:59

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Das ist ja wieder einmal eine unglaubliche Geschichte, diesmal aus Deutschland. Offensichtlich herrschen auch dort ähnliche atemberaubende Zustände wie bei uns in Österreich. Die rechtliche Situation im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Jugendämter entspricht dem Standard einer südamerikanischen Bananenrepublik, sicher aber nicht dem Standard eines demokratischen, europäischen Landes. Es ist mir unbegreiflich, wieso sich kein Politiker, keine Partei findet, welche diesem Treiben endlich ein Ende setzt und dafür sorgt, dass wenigstens minimale Standards wie in anderen Bereichen der Justiz eingeführt werden.

 

Wo sonst muss der „Angeklagte“ seine Unschuld beweisen? Üblicherweise muss das Gericht dem Angeklagten seine Schuld beweisen!

 

Tja, solange Pflegschaftsrichter einfach nur so dem Jugendamt glauben schenken, ist der Wahrheitsbeweis wohl eher ein Lotteriespiel. Ich würde mich auch freuen, wenn sich die Politik mal dem ganzen annehmen würde, damit das ganze Jugendwohlfahrtswesen einen sinnvollen Wandel vollzieht. Die offenkundig stattfindenden Qualitätsplattformen bringen leider wenig und haben derzeit nichts zum Ziel. In Kärnten wurschtelt man ja unter Frau Gaschler bereits seit Jahren herum.