Gespeichert von reichmann am Sa, 12.06.2010 - 01:21:11

Jugendamt AmtsmissbrauchEine steirische Familie, die lange im Südburgenland wohnte, fühlt sich von den Behörden schikaniert. Wegen des Vorwurfs von Misshandlungen war den Eltern vor Monaten die Tochter (6) weggenommen worden. Der Staatsanwalt stellte das Verfahren ein. Doch das Kind darf immer noch nicht heim. Die Familie droht Klagen an.

Mit Entsetzen erinnern sich Natascha und Harald St. an den 20. November 2009. "Plötzlich standen Jugendamt, Polizei und ein Arzt vor der Tür und nahmen unsere sechsjährige Tochter mit, weil wir sie angeblich misshandelt hätten", schildert die Mutter.

"Mariah fiel öfters hin"

Auslöser dafür waren blaue Flecken an Armen und Beinen des Mädchens, die eine Lehrerin der Volksschule Güssing misstrauisch gemacht hatten. Bereits damals hatte der Stiefvater erklärt: "Mariah ist ein lebhaftes Kind. Deshalb fällt sie öfters hin oder stößt sich an Tischkanten."

Dennoch, für die Familie begann ein amtlicher Spießrutenlauf. Nur selten sahen die Eltern in den vergangenen Monaten die Tochter. Sie ist in einem heilpädagogischen Zentrum.

Vater kündigt elf Anzeigen an

Erster Lichtblick für die Familie: Mitte Mai stellte die Staatsanwaltschaft in Eisenstadt das Ermittlungsverfahren gegen Natascha und Harald St. ein, "weil kein tatsächlicher Grund zur weiteren Verfolgung besteht". "Mariah darf aber immer noch nicht zu uns", so die Eltern erbost. Während sich die Bezirksbehörde bedeckt hält, kündigt Harald St. elf Anzeigen an – unter anderem gegen die Schulleiterin und das Jugendamt.

Kronen Zeitung | Karl Grammer