Gespeichert von LittleBuddha am So., 10.08.2008 - 14:43:19

KindesmissbrauchGebürtiger Tiroler soll elfjährige Schülerin vergewaltigt haben - Prozesstermin in Salzburg steht noch nicht fest

Salzburg - Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat jetzt Anklage gegen einen gebürtigen Tiroler erhoben, der am 27. Februar eine elfjährige Schülerin in ihrer elterlichen Wohnung in der Stadt Salzburg sexuell missbraucht haben soll. Der einschlägig vorbestrafte Mann hatte das Mädchen gewürgt und ihm gedroht, es mit dem Messer umzubringen. Das Opfer erlitt Gefäßverletzungen und eine posttraumatische Belastungsstörung. Der 50-jährige Angeklagte ist zum Teil geständig. Ein Prozesstermin steht noch aus.

Als die Schülerin kurz nach 13.00 Uhr das Mehrparteienhaus im Stadtteil Lehen betrat, folgte ihr der Tiroler Klaus S. in den vierten Stock hinauf. Zuvor hatte er mehrere Lokale in der Stadt besucht. Vor der Wohnungstüre fragt er das Mädchen, ob "Mama und Papa zu Hause" seien. Das Mädchen vereinte. Unter dem Vorwand, er benötige Papier, drang er in die Wohnung ein, verriegelte die Türe und verging sich an seinem Opfer auf der Wohnzimmercouch.

Danach verließ er den Tatort. Zwei Tage später wurde der gelernte Maler festgenommen. DNA-Spuren auf der Kleidung der Elfjährigen passten mit seinem genetischen Fingerabdruck zusammen.

Der geschiedene Vater von zwei minderjährigen Kindern ist laut der Sprecherin der Salzburger Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger, bei der Justiz kein unbeschriebenes Blatt sondern zehnfach vorbestraft. Er wurde von einem Schwurgericht im März 1995 wegen teils versuchten, teils vollendeten schweren Raubes und Vergewaltigung zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte sich im Jahr 1994 in Pensionen eingeschlichen, Schlafmittel ins Essen gemischt und danach seine Opfer beraubt und mehrere Studentinnen vergewaltigt.

Bis zum 17. November 2005 saß Klaus S. im Gefängnis, dann ging er frei. Nicht einmal ein Jahr später, am 9. Juni 2006, heimste er wegen Eigentumsdelikte eine einjährige Haftstrafe ein, die er bis zum April 2007 verbüßte.

Nun lautet die noch nicht rechtskräftige Anklage auf Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen mit einer Strafdrohung von ein bis 15 Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft stellt einen Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, geistig abnorme Rechtsbrecher.

Der mutmaßliche Kinderschänder - er befindet sich in Untersuchungshaft - habe die ihm angelastete Vergewaltigung bestritten, erklärte Feichtinger. Er habe gemeint, er hätte das Mädchen "nur gestreichelt. Als es schrie, habe ich nicht mehr weiter gemacht". S. leidet laut Gutachten an einer Persönlichkeitsstörung und einer Störung des Sexualverhaltens.

APA | INHR