Gespeichert von reichmann am Mi., 10.09.2008 - 00:52:25

Prof Dr Max FriedrichDer Gutachtenskandal nimmt immer ärgere Formen an. Heute meldet sich im ORF auch der bekannte Gerichtspsychiater Dr. Rainhard Haller zu Wort und versucht die Fehlgutachten von Dr. Max Friedrich durch die niedrigen Verdienstmöglichkeiten der Gutachter zu entschuldigen.

Auch Mag. Manfred Herrnhofer, Richter und Pressesprecher am Landesgericht Klagenfurt, sowie stellvertretender Richtersprecher, verteidigt Friedrichs zahlreiche "Ausruschter".

 

Das Opfer kam natürlich bei dieser Diskussion nicht zu Wort.

 

Viele Opfer, nämlich solche die jahrelang unschuldig in österreichischen Gefängnissen eingesperrt waren, Eltern(teile) denen durch fatale Fehlgutachten ihre Kinder weggenommen wurden die anschließend in Heimen geschlagen und eventuell auch noch vergewaltigt wurden, durften heute Abend aus unserem Staatsfunk vernehmen, dass man die Ursachen, warum Gutachter Fehlgutachten machen, gottlob schon  gefunden hat.

Karge Entlohung rechtfertigen Fehlgutachten

Es hapert schlichtweg an der kargen Entlohnung. Lächerliche 37 Euro pro Stunde darf ein Gutachter für seine Leistung in Rechnung stellen, damit das Gutachten dem Beschuldigten nicht gar zu teuer kommt. Dass Prof. Dr. Max Friedrich stets von Wien zu seinen Gerichtsauftritten nach Klagenfurt mit der AUA anfliegt, haben die Diskussionsgäste wohl vergessen zu erwähnen. Somit kostet der Auftritt des profunden Stargutachters dem Beschuldigten letztlich eine schöne Stange Geld. Das soll wohl auch so sein, denn man verdient ja sonst fast nichts.

Selbstverständlich nimmt man sich dann noch gerne die Zeit, der gesamten Verhandlung beizuwohnen, die Uhr läuft ja und die Flugverbindungen zwischen Wien und Klagenfurt lassen zu wünschen übrig. Anstatt am Flughafen die Zeit zu vertrödeln, oder sich gar der Lektüre der neuesten wissenschaftlichen Standards zu widmen, kann man sich so noch ein kleines Zubrot verdienen.

Das mag sich, vor allem für Betroffene, etwas sarkastisch anhören, ist jedoch leider gängige Praxis.

Aus der ganzen Diskussion ist jedenfalls klar hervorgegangen, dass es bei der Gutachtenerstellung eine Art Massenabfertigung gibt, und auf den Einzelfall nur wenig eingegangen wird. Das alleine impliziert natürlich schon zumindes eine zumindest grobe Fahrlässigkeit. Somit sind wahrscheinlich tausende Verfahren neu zu verhandeln. Dem Steurzahler dürften die kargen Tarife der Gutachter wahrscheinlich Millionen kosten. 

Staatsanwaltschaft ermittelt in mehren Fällen

Dass Prof. Dr. Max Friedrich die gegen ihn laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gelassen sieht ist auch verständlich, wenn man weiss, dass die Untersuchungen teilweise schon Jahre verschleppt werden.

STAR-HÄUSLBAU

Aufgrund der Debatte über die Skandalgutachten entstand eine völlig neue Geschäftsidee. Eine innovative Firma bietet ab sofort Fertighäuser zum halben Preis. Die Qualität ist zwar keinesfalls die selbe wie man sie von einer renommierten Firma erwarten könnte, sollte das Haus jedoch zusammenbrechen zahlt der Steuerzahler den Schaden.