Gespeichert von reichmann am Di., 29.09.2009 - 18:25:53

Polizei untätigNach jahrelangen Schikanen tötete eine Britin ihre Tochter und beging Selbstmord. Die Frau hatte die Polizei erfolglos um Hilfe gebeten.
Auch in Österreich sind Ermittlungsbehörden oft untätig, Polizei ermittelt nicht, Staatsanwaltschaften stellen Verfahren einfach ein.

Drangsalierende Jugendliche und die Ignoranz der Behörden haben die alleinerziehende Mutter zweier entwicklungsbehinderter Kinder in Großbritannien in den Tod getrieben. Dies ist das Ergebnis einer offiziellen gerichtlichen Untersuchung zum Tod der Frau, die bei ihrem Selbstmord im Oktober 2007 auch ihre behinderte Tochter tötete. Die polizeiliche Aufsichtsbehörde kündigte Ermittlungen zur Reaktion der Polizei an.

Eine Gruppe Jugendlicher habe die Familie mehr als zehn Jahre lang terrorisiert, befanden die Geschworenen in Loughborough am Montag. Sie hätten gegen das Haus uriniert, es mit Steinen und Eiern beworfen, den Garten verwüstet und die Kinder schikaniert. Einige der Gruppe waren demnach erst zehn Jahre alt.

Behörden taten nichts

Trotz vielfacher Anrufe bei der Polizei und verzweifelter Briefe an den örtlichen Parlamentsabgeordneten hätten die Behörden nicht eingegriffen, heißt es in der Untersuchung weiter. Die Polizei habe nach einem der 33 Anrufe der Mutter erklärt, die Frau würde überreagieren. Ein anderes Mal wurde ihr empfohlen, doch einfach die Vorhänge zu schließen. Die Frau brachte sich und die 18-jährige Tochter schließlich um, indem sie ihren Wagen in Brand steckte. Ihr Sohn ist heute 19 Jahre alt. Die Polizei und die örtlichen Behörden hätten "einige schwierige Lektionen" zu lernen. Die Polizei von Leicestershire entschuldigte sich bei der Familie.

Premierminister Gordon Brown versprach am Dienstag sogleich eine härtere Gangart gegen "Neighbours from Hell", also gegen "Alptraum-Nachbarn", und Problemfamilien. Zwar hat die britische Regierung schon 1998 härtere Maßnahmen gegen asoziales Verhalten eingeführt - doch oft bleiben diese wirkungslos oder werden nicht in Anspruch genommen. Innenminister Alan Johnson kritisierte dann auch, es gebe "keinerlei Entschuldigung", wenn die Behörden ihre Rechte nicht wahrnehmen. "Wir müssen enger zusammenarbeiten, damit wir sicher gehen, dass solch eine Tragödie wie mit Fiona Pilkington nicht mehr passiert."

Fall LUCA und andere ...

Auch in Österreich haben die letzten Monate klar gezeigt, dass es auch bei uns unglaubliche Missstände bei Ermittlungsbehörden gibt. So sind schon viele Menschen durch die Untätigkeit der Behörden zu Schaden gekommen.