Gespeichert von LittleBuddha am Do., 12.06.2008 - 15:39:36
  Bei einem dringenden Verdacht auf Kindesmisshandlung muss das Jugendamt
das Pflegschaftsgericht informieren. Dieses holt in der Regel mehrere
Gutachten ein. Die Auswertung kann mehrere Monate dauern.

Kind zu Unrecht acht Monate lang entzogen

Der ORF Vorarlberg berichtete am Mittwoch von einer Vorarlbergerin, der ihr Sohn zu Unrecht entzogen worden war. Bei den vermeintlichen Brandwunden ihres Kindes handelte es sich um eine Mücken-Allergie. Erst nach acht Monaten konnte der Bub zur Mutter zurück.

Gutachten und Gegengutachten

Das Gericht holt dann in der Regel mehrere Gutachten ein: ein Gutachten eines Facharztes, ein psychiatrisches Gutachten und ein gerichtsmedizinisches Gutachten. Bis alle Gutachten eingeholt und auch ausgewertet sind, kann das Wochen und Monate dauern. Noch länger dauert es, wenn ein Gegengutachten verlangt wird.            

                

Noch kein Schmerzensgeld erhalten

Jene Frau, der ihr Sohn zu Unrecht acht Monate weggenommen wurde, hat bis heute kein Schmerzensgeld bekommen. Die Wegnahme passierte im August 2004. Seit über zwei Jahren arbeiten der Patientenanwalt und die Krankenhaus-Leitung an einer einvernehmlichen Lösung. Der Patientenanwalt fordert für Mutter und Kind jeweils 17.000 Euro. Sollte es bis Mitte Juli keine Einigung geben, kann die Frau das Schmerzensgeld vor Gericht einklagen.


LR Wallner steht hinter Krankenhaus

Im Fall der betroffenen Mutter äußert Gesundheitslandesrat Markus Wallner (ÖVP) sein Bedauern. Er verweist aber auf die Umstände, die im Jahr 2004 zu der Fehldiagnose geführt hätte, aufgrund derer der Frau das Kind weggenommen wurde. Die Jugendanwaltschaft habe nämlich den Verdacht geäußert, dass das Kind misshandelt werde.

Darüberhinaus möchte sich Wallner zu dem Fall nicht äußern. Grundsätzlich stehe er hinter den Aussagen von Krankenhaus-Geschäftsführer Gerald Fleisch.

Quelle: ORF Vorarlberg

Weiterführende Links:

Gespeichert von reichmann am Do., 08.09.2016 - 02:26:10

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Natürlich steht man hinter den Aussagen der Beschäftigten des Krankenhauses. Wie soll es denn auch anders sein, wenn die Krankenhäuser vom Land finanziert werden und für allfälligen Schaden, als Dienstgeber, letztlich aufkommen müssen.

Schön langsam geht es den kriminellen anscheinend an den Kragen ;-)