Gespeichert von LittleBuddha am Mo., 15.10.2007 - 11:31:27
\"\" UNGENACH. Am Freitagabend hat auch Innenminister Günther Platter ein Geheimgespräch mit Arigona Zogaj geführt. Meldungen, wonach Platter dem Mädchen Versprechungen gemacht haben soll, dementiert Ohrenzeuge Pfarrer Josef Friedl.

\"Ich war dabei, als Innenminister Platter mit Arigona gesprochen hat. Davon, dass er versprochen haben soll, es käme keinesfalls zu einer unfreiwilligen Rückkehr Arigonas in den Kosovo, habe ich nichts gehört\", sagt Pfarrer Josef Friedl. Der Quartiergeber des 15-jährigen Mädchens bekommt die konträre Stimmung zum Fall Zogaj hautnah mit. Samstagmorgen sah er sich wieder einmal mit gesprühten Botschaften auf der Friedhofsmauer konfrontiert (\"Mullah Friedl\"), gestern bekam der Pfarrer zu Beginn der Sonntagsmesse spontanen Applaus von den Kirchenbänken. Friedl: \"Ich kaufe mir heute ein Kilo Farbe und werde die Botschaften persönlich übermalen. Von solchen Kleinigkeiten lasse ich mich nicht aufhalten.\"



Am Dienstag zur Schule



Bei einem Gespräch zwischen dem Pfarrer und dem Direktor der Polytechnischen Schule in Vöcklamarkt, Andreas Berger, wurde gestern vereinbart, dass Arigona Zogaj am Dienstag wieder in den Schulbetrieb einsteigen wird. Friedl: \"Am Dienstag probieren wir\'s einmal. Arigona will unbedingt wieder in die Schule.\"



Am Wochenende feierte Arigona Zogaj mit ihrer Mutter Nurie das Ende des Fastenmonats Ramadan bei Cousin Shemsedin in St. Georgen im Attergau.



Shemsedin: \"Arigonas Vater und den beiden älteren Brüdern geht es im Kosovo gut. Die beiden kleinen Geschwister sind allerdings sehr traurig, weil sie nicht mit ihrer Mutter und Arigona feiern konnten. Für sie ist das wie Weihnachten ohne Mutter.\" Der psychische Zustand der Frau habe sich dank der Behandlung mit Medikamenten stabilisiert, sagt der Cousin.



Kein Verfahren



Die Staatsanwaltschaft Wels hat im Fall Arigona Zogaj das Verfahren wegen des Verdachts der \"Beihilfe zu unbefugtem Aufenthalt\" gegen unbekannte Täter abgebrochen. Allerdings steht weiter die Frage im Raum, ob jemand die 15-Jährige bei ihrer Flucht unterstützt und sich damit strafbar gemacht hat. Die Staatsanwaltschaft wartet ab, ob die Polizei noch einen konkreten Tatverdächtigen präsentiert. Eine Anzeige gegen den Ungenacher Pfarrer Josef Friedl sei \"nicht vordringlich\".





Weiterführende Links:





Quelle: Oberösterreichische Nachrichten