Gespeichert von reichmann am So, 24.08.2014 - 19:43:11

Genmais verbot in China

Die Debatte über die Sicherheit von Genfood hat auch China erreicht. Die Mehrheit der Chinesen bezahlt lieber etwas mehr Geld für Produkte, die klar als gentechnikfrei gekennzeichnet  sind. Sie misstrauen der Gentechnik und fürchten das gentechnisch veränderte Lebensmittel der Gesundheit schaden, Krebs auslösen oder zu Unfruchtbarkeit führen könnte.

In China dürfen bislang nur Baumwolle, Reis, Mais und Papaya gentechnisch verändert angebaut werden. Dafür benötigen die Produzenten aber die Genehmigung des chinesischen Agrarministeriums.

Chinas Landwirtschaftsministerium hat jetzt beschlossen, dass die Zertifikate für gentechnisch veränderten (GV) Reis und Mais nicht verlängert werden. Die Genehmigungen für die beiden Sorten, GV-Reis und eine transgene Maisart waren am 17. August ausgelaufen. Das Zertifikat kennzeichnet die biologische Sicherheit, dass das Ministerium, mit viel Tamtam, für die GM-Reis-Zertifikate im August 2009 genehmigt hatte.

Die Genehmigungen erteilte eine Gruppe der Huazhong Agricultural University in Wuhan. Es handelte sich um zwei Reissorten, die ein Gen aus dem Bacillus thuringiensis (Bt) Bakterien enthielten, die für Schädlingsresistenz sorgen sollte. [Wissenschaftler finden heraus, dass in Ernten von Monsanto gefundene Bt-Toxine die roten Blutkörperchen schädigen]  Bacillus thuringiensis (Bt) ist ein Bodenbakterium, das ein für Fraßinsekten giftiges Kristallprotein bildet. Es wird als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt.

Zugleich genehmigte das Ministerium 2009 die Produktion eines Mais Stammes, welches von der chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften Biotechnologie-Forschungsinstitut in Peking entwickelt wurde. Forscher hatten den Mais verändert, so dass die Maiskörner Phytase enthalten, ein Tierfutterzusatz, die die Absorption von Phosphor steigert und so das Wachstum fördert.

Phytase wird vor allem als Zusatzstoff in Futtermitteln für Nicht-Wiederkäuer wie Schweine oder Geflügel verwendet. Es ist das am häufigsten eingesetzte Futterenzym auf der Welt.

Alle Zertifikate waren nur für 5 Jahre genehmigt.

Als die Zertifikate ausgegeben wurden, wuchs die Skepsis über die Vorteile von GV-Pflanzen in China. Einige Wissenschaftler der GM Pflanzenforschung wurden während öffentlichen Vorträgen angegriffen. Wie überall auf der Welt, bildete sich auch hier eine Anti-GM Bewegung, die nun gezeigt hat, dass es möglich ist, genmanipulierte Nahrungsmittel zu verhindern.

China hat fast die Selbstversorgung in der Herstellung mit konventionellen Reis-Sorten erreicht, sodass das Ministerium nun beschlossen hat, dass es keine Notwendigkeit für Bt-Reis in der nahen Zukunft gibt, sagt Huang Jikun, Direktor der chinesischen Akademie der Wissenschaften Zentrum für Chinesische Agrarpolitik. Er sagte, dass die Kommerzialisierung vom Tisch sei und es auch keine Gründe für die Erneuerung der Zertifizierungen gibt. Huang sagt, dass das steigende Bedenken der Öffentlichkeit über die Sicherheit von GV-Reis wahrscheinlich auch eine Rolle gespielt hat und zu dieser Entscheidung führte.

Was auch immer der Grund dafür ist, die Entscheidung sorgt für eine abrupte Trendwende für den transgenen Reis in China. „Vor fünf Jahren wurde in China allgemein erwartet, dass dort bald ausschließlich GM-Reis auf den Esstischen des Landes geben würde.”, schrieb Cao Cong, ein China-Politik-Experte bei der University of Nottingham in Großbritannien, in einem Beitrag auf  einer australischen Website. Das Bt-Reis-Projekt „ist jetzt  tot und begraben”, schrieb er, die Schuld eine „Anti-GM Bewegung, deren Macht und Einfluss stärker waren”.

Die US National Grain and Feed-Vereinigung teilte mit, dass diese Entscheidung des chinesischen Agrarministeriums den amerikanischen Bauern in Zukunft einen Umsatzverlust von mehr als 3 Milliarden US-Dollar verursachen würde.