Submitted by reichmann on So, 01.10.2006 - 21:05:09






Immer häufiger hört man heutzutage, dass es mit Kindern in der Schule
immer schwieriger wird. Schulverweigerer, Kinder, die nicht eine Stunde
still sitzen können, Kinder die den Stoff einfach nicht begreifen können etc
sind das aktuelle Thema. Viele sind verzweifelt und suchen nach Lösungen.
Für unseren Leitenden Fachabteilungsvorstand DSP DSA Stephan Tiefenbacher, Österreich Koordinator des "Core Learning", gibt es die Lösung für viele bisher unlösbare Probleme.

Bereits seit dem Sommer 2004 wird in Familiengruppen der Integrativen Wohngemeinschaften Tirol "Core Learning" im Bereich besonders verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlichen, insbesonders mit intellektueller Rückbildung, erfolgreich angewandt. Wie der Name bereits klar zum Ausdruck bringt, erfährt das Kind / der Jugendliche im Rahmen eines Mehrstufenplan "kern orientiertes" Gemeinschaftslernen unter Anwendung modernster Lernmethodik wie


  • e-Learning (elektronisch vernetztes Lernen)

  • Group Selection & Control (gegenseitige Gruppenkontrolle)

  • Interactive Workflow (interaktive Arbeitsabwicklung)

  • Core Production & Refuse (Wichtiges Lernen und Sinnloses Streichen)

  • Sensory Management Learning (Lernen durch Einbeziehen der Sinnesorgane)
Ein sogenannter Schulverweigerer der keinen Bezug zu Papier und Bleistift oder gar Kreide und Tafel hat, wird weder eine Stunde still sitzen können, noch irgendwelche Lerninhalte aufnehmen können. Hierzu bedarf es einer besonderen Reaktivierung sämtlicher Wahrnehmungsorgane, dem sogenannten "Sensory Management Learning". Dadurch wird dem Schulverweigerer einerseits ermöglicht das herkömmliche, respektive "klassische Schulbild" hintersich zu lassen und die Lerninhalte auf alternative Ebenen zu setzen. Bespielsweise lernen "Core Learning Schüler" selten an einem Tisch oder auf einer Schulbank". Vielmehr wird die Lernumgebung in eine "interaktive Arbeitsabwicklung" eingebettet. Egal ob in freier Natur oder in ansprechender Raumatmosphäre. Bereits die "Montessori-Technik" baut auf einen "Interactive Workflow".

Im Rahmen von Kleinstgruppen mit maximal 3 Teilnehmern erfolgt in der Regel eine interdisziplinäre und intellektuell ausgewogene Vernetzung durch "e-Learning" ein Zusammenschluss mehrerer "Core Learning Gruppen" näher bezeichnet als "conference".

Nicht zuletzt ist es Aufgabe des "Core Learning" wesentliche Lerninhalte zu filtern, dem Intellekt entsprechend zu focusieren und somit Randthemen auszuschließen. Dadurch geliegt es den "conference" Teilnehmern sich auf das Wesentliche in einzelnen Fächern zu konzentrieren. Deshalb finden Lernfächer wie Biologie udgl. in den ersten Monaten bei Core Learning keine Anwendung, da im Focus Deutsch, Englisch und Mathematik stehen um Grundlagen herauszubilden und zu festigen.

Erfahrungsgemäß kann ein "Core Learning Schüler" innerhalb eines Jahres auf die Wiedereingliederung in den Regelschulbetrieb vorbereitet werden. Bislang haben in Tirol 13 PflichtschülerInnen an diesem Programm innerhalb von zwei Jahren teilgenommen und konnten erfolgreich in den Regelschulbetrieb wieder eingegliedert werden.

Durch neu definierte Indikatoren im "Core Learning" ist Einzelfall bezogen eine frühere Wiedereingliederung möglich. Am Projekt nehmen derzeit 7 Kinder und Jugendliche teil. Diese werden wiederum von 3 Core Learning Projektoren und 4 Diplom-Pädagogen betreut. Insgesamt nehmen in Österreich derzeit 27 Kinder und Jugendliche an diesem Projekt teil.

Österreich Koordinator des "Core Learning" ist DSP DSA Stephan Tiefenbacher, Leiter der Integrativen Wohngemeinschaften Tirol. Im weiteren werden die Grundlagen des Lernen kurz erörtert. So gibt es "8 Schlussfolgerungen" einer erfolgreichen Lernmethodik:


  • Jeder hat an einem anderen Tag auch einen anderen Leistungsrhythmus. Deshalb ist es von Bedeutung jeden Tag seinen Biorhythmus zu bestimmen.

  • Hat der Lernstoff kein positives Assoziationsfeld, fällt den meisten das Lernen schwer, weil sie keine Motivation darin finden.

  • Jedes Lernen braucht Zeit, während der Erregungsimpuls zwischen den Synapsen kreist und dabei chemisch fixiert wird. Deshalb ist die Wiederholung des Lerninhalts z.B. in Form von Hausübungen wichtig.

  • Jeder Lerninhalt bedarf einer Strukturierung um verstanden und behalten zu werden. Deshalb bedarf es insbesonders der Verknüpfung von Informationen.

  • Die Lerninhalte sollten in einer Atmosphäre aufgenommen werden, wo möglichst viele Sinnesorgane miteinbezogen werden können. Dadurch erweitern sich die Eingangskanäle zur Informationsaufnahme.

  • Differenziertes Lernen vermeidet eine begriffliche Verwirrung. Deshalb ist es von Vorteil, Ähnliches mit entsprechenden Abstand zu lernen.

  • Wichtig ist kontinuierliches Motivationslernen. Ein schubweises Lernen, insbesondere vor Schularbeiten und Tests führt keinesfalls zum Erfolg, da die Informationen im Gehirn wechselseitige Informationen beim Abspeichern der Informationen entstehen (Interferenzen).

  • Lernen muss in einer stressarmen Umgebung stattfinden. Wer mit Angst lernt verliert. Weshalb Montivation und der Moment des Entdeckens "Aha-Erlebnis" einen besonderen Garant darstellen.

Insbesondere erfolgt durch das "Core Learning" aber auch eine Art Gehirn-Training, weshalb sich Lerninhalte leichter einprägen können und Gelerntes eher verstanden wird, wie die nachstehende Grafik zeigt:



Gespeichert von chefsekreterin am/um Do, 08.09.2016 - 02:24:46

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Da ich selbst Mutter eines "lernschwierigen" Kindes bin, kann ich diesen Artikel nur höchst positiv bewerten. Ich würde auch den Hr. Fachberater Tiefenbacher bitten, mir genauer Info zukommen zu lassen. Mit bestem Dank...