Submitted by LittleBuddha on Mi, 18.04.2007 - 17:13:59

PubertätUnter Pubertät (lat. „Mannbarkeit“) versteht man etwa seit dem 16. Jahrhundert den Teil der Adoleszenz, der die sexuelle Reifung enthält und zu einem ausgewachsenen Körper führt. Diese Phase des Lebens beginnt, wenn die Gehirnanhangdrüse ein Signal an den Körper sendet, bestimmte Hormone zu produzieren. Bei Jungen ist es das Testosteron, bei Mädchen das Östrogen. Während der Pubertät kommt es zur Geschlechtsreife und zur Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, wie etwa der geschlechtsspezifischen Körperbehaarung. Bei Mädchen beginnt in der Pubertät die Menstruation. Bei Mädchen wird in unseren Breiten die Pubertät zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr und bei Jungen zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr durchlaufen. (Quelle: Wikipedia)

Höchst kompliziert und dennoch einfach, so gestaltet sich die Pubertät unserer Kinder bei genauer Betrachtung. Im wesentlichen durchlebt das Kind den Prozess zum Erwachsenen (Adoleszenz) in bedeutsamer Deutlichkeit. Viele Eltern stehen gerade in dieser Phase vor schier unlösbaren Problemen und sind in ihrer Erziehungskompetenz angeblich zum Scheitern verurteilt.

Nachdem ich kürzlich in einem Forum gefragt wurde, welche Möglichkeiten als Eltern verbleiben die Pubertät so gut es geht mit seinem Kind bestmöglich zu durchschreiten, hier meine "Drei Goldenen Regeln" für ein besseres Miteinander und das Ihr Kind zu einem annehmbaren jungen Individuum heranwächst.

  1. Nehmen Sie von Beginn an eine klare Rolle als Erzieher ein. Dh. Beginnen Sie Ihr Kind nicht erst im Vorschulalter zu erziehen. Ihr Kind muss die Rolle der Erzieher im Haus bereits zum Zeitpunkt der Geburt klar erkennen, wenn nicht schon im Mutterleib. Es ist wissenschaftlich erwiesen, welche Umwelteinflüsse, Prägungen und Bedeutsamkeiten ein Ungeborenes bereits in der Schwangerschaft erlebt und wie ein Schwamm in sich aufsaugt. Die antiautoritäre Erziehung der 60er Jahre hat gezeigt wie desorientiert Kinder gebildet werden können. Dennoch sollten Sie nie autoritär sein, sondern einen Mittelweg anpeilen. Grenzen und Regeln können auch sinnvoll praktiziert werden.

     
  2. Legen Sie Ihre Hand sprichwörtlich in den Rücken Ihres Kindes. Dh. seien Sie ein Wegbegleiter, ein Vorbild und eine beachtungswerte Person. Ihr Kind soll stolz auf Sie sein und gerne auf seine Eltern aufschauen können. Mit der Hand im Rücken können Sie so rasch agieren, wenn Ihr Kind Hilfe braucht.

     
  3. Achten Sie die kindliche Mündigkeit. Dh. Ihr Kind hat das Recht und die Pflicht Wünsche, Ärger, Anregungen, Mitbestimmung udgl. zu äußern (verbal und nonverbal). Sie haben das Recht und die Pflicht die Wahrnehmungen Ihres Kindes erst zu nehmen und darauf einzugehen. Auch ein altersgemäßer Umgang mit dem Meinungsbild Ihres Kindes zeugt für Wertschätzung und Verantwortungsbewusstsein in einem gesellschaftlich sozial geprägten Gefüge. So lernt Ihr Kind die Integration am besten. Beispielsweise habe ich erst kürzlich ein 6 jähriges Mädchen getroffen. Ihr Wunsch war es, dass ihre Eltern nicht mehr in ihrer Anwesenheit rauchen. Gerade das Rauchen sollte viele Eltern beschäftigen. Denken doch die Wenigsten daran, dass Kinder im Durchschnitt zwei Zigaretten pro Tag, als Passivraucher in der Familie, mitkonsumieren. Eine derartige Situation soll Anlass gebend sein, seinem Kind zu zeigen, wer man ist und das man die Meinung seines Kindes ernst nimmt.

Ungeachtet der eben genannten "Drei Goldenen Regeln" ist natürlich eine Auseinandersetzung mit Sohn oder Tochter, gerade während der Pubertät, nie ausgeschlossen und wird es immer zu einem Machtkampf kommen.

Allerdings bleibt die Rolle der Verantwortung sehr wohl bei den Erziehungsberechtigten. Wie stark das eigene Kind die Pubertät durchlebt, hängt natürlich nicht zuletzt von den eigenen Genen und dem Hormonhaushalt Ihres Kindes ab. Selten fällt in dieser Frage der Apfel weit vom Stamm und sollten die betroffenen Väter und Mütter vielleicht auf die eigene Zeit der Pubertät zurückblicken und ihre eigenen Charaktere in Augenschein nehmen.

Ein bewusstes Miteinander und auch die Auseinandersetzung mit dem "Loslassen" sind in Verbindung mit den genannten Punkten der richtige Weg in die besseren Pubertätsjahre. Und bedenken Sie bei all den vielen Moralaposteln, Erziehungsberater und Familienlektüren. Auch Ihr Sohn oder Ihre Tochter ist nur einmal jung und ungebunden. Zum Brav sein und Strammstehen bleibt noch genug Zeit ihres Lebens übrig.

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