Submitted by reichmann on Mo, 21.08.2006 - 14:42:32

Die Situation wird offensichtlich immer kritischer. Immer mehr zieht sich der Staat aus den Aufgaben im Sozialbereich zurück. Ist das jetzt der endgültige Untergang unseres hochgelobten Sozialsystems?

Skandale in der Jugendwohlfahrt sind eifrigen Lesern unserer Plattform schon bekannt. Der Staat lässz sich von zweifelhaften Organisationen ausnehmen. Die Kinder verwahlosen geistig und körperlich. Viele Kinder haben keinen Schulabschluss, keine Lehre, keine Zukunft. Mit Volljährigkeit werden die Jugendlichen dann aus der stattlichen Jugendwohlfahrt entlassen uns müssen schauen, wo sie bleiben.

Bei den "Alten" sieht es offensichtlich nicht viel anders aus, wie man den Berichten der letzten Tage entnehmen kann.

Jahrelang warnen Fachleute schon vor dem Zeitpunkt. Viele zeigten auf, dass es so nicht weitergehen kann. Doch warum hat niemand eingegriffen? Heute stehen wir offensichtlich da und können mit Sorge in die Zukunft blicken.

Wichtig war, Kinder möglichst schon im Krabbelalter den Eltern zu entreißen. Immer mehr Einrichtungen wurden geschaffen, um die Kleinsten in fremde Hände zu geben. Jedem vernünftig denkenden Menschen kommt da sofort in den Sinn, dass im Falle der fremden Unterbringung und Erziehung, natürlich auch die Bindungen an die Eltern sehr stark leiden und aufgebrochen werden. Ein Kind, das nie eine richtige Nestwärme und Mutter(Vater)Liebe gespürt hat, wird natürlich später auch nicht in der Lage sein, den Eltern im Alter beizustehen, sie zu pflegen, für sie da zu sein.

Diese Eltern/Kind-Beziehung wurde irgendwann einfach instrumentalisiert und billig Generationenvertrag genannt. Die Eltern zahlen für ihre Kinder (Krabbelstube, Kindergarten, Internat etc) und die Kinder bezahlen Jahre später dann das Altenheim für die Eltern. So ist das natürlich die einfachste Lösung. Man kann alles berechnen, man entlässt die Menschen einfach aus der Verantwortung füreinander da zu sein. Ohne schlechtes Gewissen - weil es machts ja jeder so - geben die Eltern die Sprösslinge in fremde Hände, die Kinder später ihre Eltern ebenso.

Die Kleinen werden natürlich durch diese (Pflege)Personen geprägt, sehr viel passiert da in den ersten Lebensjahren. Später wundert man sich dann plötzlich, warum der Nachwuchs keinen Draht mehr zu den Altvorderen hat.

Natürlich spielen bei diesen Überlegungen auch die wirtschaftlichen Aspekte eine "wichtige" Rolle. Man will ja im Luxus leben, sich was gönnen, zwei-, dreimal im Jahr in Urlaub fahren, in jedem Zimmer einen Fernsher, Playstation, Designerkleidung. Zweifellos alles wichtige Utensilien des täglichen Lebens, vor allem für diejenigen, die das alles unbedingt brauchen.

Doch steht das alles dafür? Bis heute zumindest hat offensichtlich niemand erkannt welche Probleme da auf uns zukommen. Bis heute hat sich der Staat um alles gekümmert. Doch jeder weiß, wie viel Schulden der Staat hat, dass dieser Luxus nicht finanzierbar ist.

Jetzt heißt es, schnelles Handeln, neue Wege finden, entfremdeten Nachwuchs umerziehen zu Wesen die ihre Eltern lieben schätzen, achten und im Alter pflegen. Ganz so, wie die Eltern auf den Nachwuchs geschaut haben in Zeiten wo die Kinder noch klein waren, hilfebedürftig und es nicht verstanden haben, warum eigentlich niemand Zeit für sie gehabt hat.

Irgendwann, vielleicht noch heuer, noch besser heute, sollte sich jeder mal Gedanken darüber machen, wie man es selbst mit seinen Kindern halten will. Auf eine Pension und ein Leben in einem komfortablen Heim zu warten ist glaube ich nicht mehr angesagt, weil sich das die Kindlein nicht mehr leisten werden können.

Vielmehr Tatsache ist , dass Eltern , denen die Kinder weggenommen wurden, mit der  Angst leben müssen, irgendwann von den eigenen Kindern zu hören:

"Mama, Papa warum ward ihr nicht da für mich, ihr habt es erlaubt dass ich irgendwo untergebracht worden bin, dass ich nicht bei euch daheim war. Schaut was aus mir geworden ist, ich habe nichts gelernt, ich bin nicht gefördert worden...."

Ein Appell an unseren Sozialstaat: Was soll aus unseren Kindern wirklich werden?

Wie stellt ihr euch die Zukunft dieser Kinder vor welche jetzt irgendwo untergebracht sind????

 

leider muß jeder mehr haben wie der nachbar, die schöneren möbel, das teuerste auto - auch wenns auf raten rennt und nicht auf räder - die besten klamotten usw. und am teller liegt eine "armenessen".

warum denkt der mensch nicht einmal um?

in wien kennen sich nicht einmal die nachbarn und trotzdem gibt es rundherum neid. man muß auch zurückstecken können, denn immer werden wir nicht so ein "rosiges leben haben.

ich fahr einen gebrauchtwagen den ich mir leisten kann (aber auch nur wegen meinem kind und rollstuhl), ich brauch keinen urlaub wo ich vorher an jeder ecke einsparen muß, ich pfeiff auf disignermode, ich färbe und schneide mir selbst die haare, ich brauch keinen maler, kein bodenleger und keinen gärtner (mein ex hat sowieso nie was angegriffen).

hauptsache ich kann für mein kind dasein und müssen nicht hungern!



lg doro








Rückzug ist gut, aber der Staat kapiert es leider nicht. Er macht weiter Schulden und er macht weiterhin die gleichen Fehler. Alle sollen arbeiten, da hilft es wenig, wenn man die Möglichkeit auf Karrenz hat. Das ist ja keine Dauerlösung, also geht man wieder arbeiten, so wie ich. Und wohin mit den Kindern? Gibt ja keine Betreuungsplätze und die was es gibt, unterliegen der altmodischen Anschauung des Staatsbildes. Verwandte für die Kinderbetreuung fallen ja auch aus, müssen ja auch arbeiten oder wohnen weit weg, weil man muss der Arbeit nachziehen und kann nicht mehr dort leben, wo man eigentlich seine Wurzeln hätte.

Tja, der Papa Staat hat ein neues Thema, die Pflegegehilfen in den eigenen vier Wänden. Ausgehölst durch die Schüssel Schwiegermama, naja, Tagespolitik ist eben nicht einfach, aber sie wirkt.



Prokop hat aber bereits Abhilfe angekündigt, ganz getreu dem Motto, der ÖVP geloben wir ewige Treue, bis nach der Wahl, dann murxen wir aufs Neue!



Ich werde jetzt mein Parteibuch zurückschicken, weil es ist so schwarz wie Pech und stinkt wie Schwefel.

Das ist ein guter Ansatz: Weg mit allen "Unterstützungserklärungen" egal in welcher Form auch immer.

Welche Farbe ist da ebenfalls egal. Man kann schauen wohin man will da ist nicht viel Unterschied zu bemerken.

Ich glaube, dass liegt auch an den kurzen Wahlperioden. Bevor eine Regierung zu arbeiten beginnt vergehen schon mal Monate und einige Monate vor der nächsten Wahl wird die Arbeit bereits wieder eingestellt. Spätestens dann muss klar gesagt werden, dass mit der Koalitionspartei eine gute Arbeit nicht möglich ist. NAch der Wahl kann man ja durchaus seine Meinugn wieder ändern ;-)

Sehr geehrter Herr Reichmann!

Es ist in der Tat derzeit so, dass Wahlwerbung meinen Postkasten ziert. So viele Versprechungen. Doch beobachtet man den Zeitraum rückblickend, was wurde von den Versprechungen eingehalten/umgesetzt? Meiner Meinung nichts. Daher werde ich nicht wählen gehen, ich wüsste nicht wen ich wählen sollte. Ich befinde, nach der Wahl "kann" man seine Meinung ändern. Tatsache, sie wird zu oft geändert, aber nicht für das Fußvolk. Die Schere zwischen Armut und reich klafft schon weit auseinander. Menschen, welche Hilfe brauchen, wird kaum eine gegeben. Eher werden solche Menschen, auch oft durch Mitmenschen denunziert, ohne die Hintergründe zu kennen.

Weg mit den "Unterstützungserklärungen" ist sicher zu überdenken. So, wie es derzeit aussieht, kann es doch nicht weitergehen. Besonders im Umgang mit Familien, Kindern, sozial schwachen Personen.......

Das ÜBEL ist noch immer nicht an der WURZEL gepackt. EINDEUTIG: Ja, der Staat zieht sich aus Sozialaufgaben immer mehr zurück. In dieser Form kann und darf es nicht weitergehen. Wird sich etwas ändern, wohl ein fraglicher Satz.