Gespeichert von LittleBuddha am So, 13.05.2007 - 12:38:29

SOS-KinderdorfSchluss mit Geheimwissen um SOS Kinderdorf

Dieser Tage überschwemmen wiederum eine Vielzahl an lukrativen Jobangeboten die Anzeiger. Darunter findet sich ein imposanter Aufruf von SOS Kinderdorf Österreich. Demzufolge werden in den nächsten 5 Jahren rund 20 neue SOS Kinderdorf Familien gegründet und natürlich neue Mütter, Väter aber auch Paare gesucht.

An einer befahrenen Kreuzung springt die Fußgängerampel auf Grün. Unbemerkt von einer mit dem Handy ins Gespräch vertieften Business-Frau. Da packt sie die neben ihr wartende Frau an der Hand und führt sie über die Straße. "In uns allen steckt eine Mutter. In manchen etwas mehr", lautet die Botschaft am Ende. Mit diesem Bild und anderen Szenen des aktuellen TV-Werbespots sucht SOS-Kinderdorf Österreich geeignete Eltern.

Berufsbild im Wandel

Einst hat SOS Kinderdorf Gründer Hermann Gmeiner Wert auf allein stehende Frauen gelegt, die sich der Lebenseinstellung als SOS Kinderdorf Mutter widmen. Heute erhält die SOS Kinderdorf Mutter ein breites Sozialpaket, bestehend aus Kollektivvertrag, Urlaubsanspruch und einen freien Tag pro Woche. Die SOS Kinderdörfer haben sich gewandelt und der Beruf Kinderdorfmutter ist flexibel. So ist es möglich leibliche Kinder in die SOS Kinderdorf Familie mitzubringen und auch der Partner wohnt in der Familie in Mitten der Kinderdorf Gemeinschaft.

Industrie Jugendwohlfahrt

Kritiker sehen im Aufrüsten der SOS Kinderdörfer ua. freier Träger der Jugendwohlfahrt aber nicht zuletzt eine Industrialisierung und somit die Herausforderung bei den Jugendämtern, Kinder im Zweifel zu früh aus den Familien zu reißen. Wie Erfahrungen und Studien zeigen, erfährt ein Kind in diesem Moment eine Traumatisierung durch Trennungsangst aber auch Trennungsverlust. Nicht zuletzt werden aber betroffene Eltern durch Schreiben der SOS Kinderdorf Rechtsabteilung nicht selten in die Schranken gewiesen und zu Bittstellern geformt, weiß Stephan Pfeifhofer, Journalist und Herausgeber von XlargE Investigativ TV.

Das gelindeste Mittel

Im Jugendwohlfahrtsgesetz wird vom "gelindesten Mittel" gesprochen und praktisch immer mehr darauf verzichtet. Zu straff die Kalkulationen in den Büros der Freien Jugendwohlfahrtsträger und zu verpflichtend der Anspruch auf die Befriedigung freier Unterbringungsplätze. Die Kosten belaufen sich dabei in der Regel auf rund Euro 7.000,- pro Kind und Monat, wobei allfällige Therapiekosten in diesem Betrag noch gar nicht inkludiert sind.

Prominenz als Werbeträger

Im Scheinwerferlicht der Prominenz tummeln sich große Kinderschutzvereine und nicht zuletzt die SOS Kinderdorf Organisation. Ohne deren Wichtigkeit und Unerlässlichkeit in den Schatten zu stellen, während die fremduntergebrachten Kinder von Fußballstar Invanstics besucht werden oder Anna Netrebko mit ihnen knuddelt, kämpfen derweilen leibliche Eltern mit explodierenden Anwaltskosten verzweifelt um ihren Nachwuchs und nicht zuletzt um ihre Unschuld.

Verkehrte Welt

Während das SOS Kinderdorf nicht nur Kindergeld und Familienbeihilfe zugesprochen bekommt, müssen die betroffenen Kinder nicht selten auf ihre gesetzlichen Erbansprüche verzichten, denn das Jugendwohlfahrtsgesetz sieht im Falle einer Fremdunterbringung den Ersatz dieser Kosten durch die leiblichen Eltern und Kinder vor. Wurde einem Kind Waisenpension zugesprochen da ein Elternteil verstorben ist, wird diese sogar zu 80 % von der Jugendwohlfahrt gepfändet und für den Ausgleich der Unterbringungskosten herangezogen. Da sehen sich die Betroffenen plötzlich in einer verkehrten Welt zwischen Amtswillküre und Pflegschaftsgericht. Wird erst einmal die Fehlentscheidung wie im Fall von 5 Mädchen aus Tirol erkannt, folgt erst nach vielen Jahren Rechtsstreit die Rückführung ins Herkunftssystem.

Neuer Elternersatz gesucht

"Das größte Glück für Kinder ist, wenn sie bei ihren Eltern in einem geborgenen Umfeld aufwachsen dürfen", meint der Leiter des Kinderdorf Imst, Sebastian Wildbichler. Ist das nicht möglich, "so ist das zweitgrößte Glück, wenn jemand diese Rahmenbedingungen schafft". Weitere Informationen über den Beruf, ein Tagebuch einer Kinderdorfmutter und Kontaktadressen gibt es im Internet: www.sos-kinderdorf.at. Telefonische Informationen unter 0810-200-114 zum Ortstarif.

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