Gespeichert von LittleBuddha am Sa, 23.02.2008 - 02:43:55
  Bislang weist das Jugendwohlfahrtsgesetz gravierende Mängel auf und das
soll sich bis 2009 im Amte der Familien- und Jugendministerin Andrea
Kdolsky ändern. Abgesehen davon greift in Österreich das
Jugendwohlfahrtsgesetz als Ländergesetzgebung, ein Zankapfel bei dem
sich nicht ungern auch einmal mehr SOS Kinderdorf beteiligt. Dennoch
billigt der Neo-Geschäftsführer Mag. Christian Moser die Bemühungen bei
der kürzlich absolvierten Enquete.

Die Gesundheitsministerin will in Zukunft mehr Gewalt an Kindern erkennen und scheut dabei vor Prävention und Studien nicht zurück. Geht es nach der Auffassung des Familienministeriums, ist die Dunkelziffer um ein vielfaches größer als jene Fälle, die letztlich aufgeklärt werden.

Bislang wenig Zugeständnisse gibt es allerdings auch in Punkto Qualitätssicherung und klaren Regelungen betreffend die Zusammenarbeit zwischen Jugendämter und jenen, die mit Kindern arbeiten. Vom Datenschutz bis zur verpflichteten Anzeige, die anstehenden Punkte der Aufarbeitung ist lang.

Gerade das Int. Network of Human Rights spricht sich für ein klares und unabhängiges Kontrollgremium aus. Ein wichtiger Punkt, der von SOS Kinderdorf Österreich nicht einmal angedacht wurde, als man beim Besuch von Andrea Kdolsky einen Chancenkatalog übergab.

Roland Reichmann, Initiator von INHR glaubt zu wissen warum: "Wer möchte sich schon gerne von außen, unabhängig, objektiv, kontrollieren lassen. Laufende Vorfälle in österreichischen SOS Kinderdörfern zeigen doch auf, wie die präsente Fachaufsicht der Jugendwohlfahrt versagt".

Ins selbe Horn bläst aber auch der renommierte Kinder- und Jugendpsychologe Dr. Rolph Wegensheit, der seit Jahren eine private Betreuungseinrichtung für verhaltensauffällige und psychisch kranke Kinder und Jugendliche in Schweden führt: "Sollte sich an den gegenwärten pädagogischen Modellen in den Trägern der Freien Jugendwohlfahrt nichts ändern, werden die herauswachsenden Kinder auch in Zukunft im Erwachsenen Leben scheitern und ihre Kinder wieder abgenommen. Ich würde eine profunde, unabhängige sowie objektive Hilfeplanführung, gekoppelt mit differenzierter Kontrollmechanismen von Außen sehr begrüßen".

Unterdessen sollen drei Arbeitsgruppen für Kdolsky Qualitätsstandards für die Adoptions- und Pflegestellenvermittlung erarbeiten.

Während dessen übergangen fühlen sich ehemalige Kinder aus SOS Kinderdorf und diverser Kinderheime in Österreich. Sie sehen sich als die eigentlichen Experten der Fremdunterbringung, zeigen mit einer eigenen Homepage sogar auf laufende Missstände in der Jugendwohlfahrt hin. Eine Einladung ist allerdings bis dato von der Enquete nicht eingetroffen, wie die Plattformsprecherin Natascha König gegenüber dem Int. Network of Human Rights mitteilt.

Bleibt zu hoffen, dass das neue Jugendwohlfahrtsgesetz weder eine Mini-Novelle darstellt, noch zu einem Debakel etabliert, wie die österreichische Bevölkerung bereits durch das Nicht-Rauchergesetz am eigenen Leib verspüren musste.

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