Gespeichert von reichmann am Mo, 13.05.2013 - 12:11:19

Leon Eisenberg ADHS Erfinder"ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung", sagt nicht etwa ein Wirrkopf, sondern der "Erfinder dieser Krankheit", Leon Eisenberg, US-amerikanischer Psychiater (geboren 1922 als Sohn von russisch-jüdischen Einwanderern). Am Sterbebett hat der Psychiater zugegeben, dass er als Mitglied der DSM-Kommission diese Krankheit erfunden hat.

Die schweizerische Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK (Präsident: Otfried Höffe) hat sich in ihrer Stellungnahme vom 22. November 2011 mit dem Titel: Über die «Verbesserung» des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen1 erfreulicherweise sehr kritisch mit der Verwendung des ADHS-Medikaments Ritalin befasst: Das Verhalten des Kindes werde durch Chemie ohne jegliche Eigenleistung beeinflusst. Das sei ein Eingriff in die Freiheit und die Persönlichkeitsrechte des Kindes, denn chemische Wirkstoffe verursachten zwar gewisse Verhaltensänderungen, das Kind lerne aber unter Chemie nicht, wie es sein Verhalten selbst ändern könne. Damit würden ihm wichtige Lernerfahrungen für eigenverantwortliches und mitmenschliches Handeln vorenthalten, «die Freiheit des Kindes empfindlich eingeschränkt und es in seiner Persönlichkeitsentwicklung gehemmt», kritisiert die NEK.

Schützenhilfe kommt für die alarmierten Kritiker der Ritalin-Katastrophe jetzt von ganz anderer Seite. Der Spiegel zitiert am 6.2.2012 in seiner Titelgeschichte den 1922 als Sohn von russisch-jüdischen Einwanderern geborenen US-amerikanischen Psychiater Leon Eisenberg, den «wissenschaftlichen Vater von ADHS», der sieben Monate vor seinem Tod in seinem letzten Interview im Alter von 87 Jahren sagte:

«ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.»

Seit 1968 aber, rund 40 Jahre lang, geisterte Leon Eisenbergs «Krankheit» durch die diagnostischen und statistischen Manuale, zunächst als «hyperkinetische Reaktion im Kindesalter», heute als «ADHS». Der Verbrauch von ADHS-Medikamenten stieg in Deutschland in nur acht Jahren von 34 kg (1993) auf die Rekordsumme von sage und schreibe 1760 kg (2011) – das ist ein 51mal größerer Umsatz! In den USA schluckt von den zehnjährigen Jungen bereits jeder zehnte täglich ein ADHS-Medikament. Tendenz steigend.3

Wenn es zum erprobten Repertoire von Bernays, dem Vater der Propaganda, gehörte, seinem Volk mit der Psychoanalyse seines Onkels den Ersten Weltkrieg zu verkaufen und die Wissenschaft und das Vertrauen in die Wissenschaft zur Profitsteigerung der Industrie zu missbrauchen – wie wäre es, wenn man einmal schauen würde, in wessen Auftrag der «wissenschaftliche Vater von ADHS» Wissenschaft betrieb? Seine Karriere war auffallend steil, und seine «fabrizierte Erkrankung» hat zu besten Umsatzsteigerungen geführt. Und immerhin arbeitete er von 2006 bis 2009 im «Committee for DSM V and ICD XII, American Psychiatric Association»4 mit. Und immerhin erhielt Leon Eisenberg 2003 von der National Alliance for Research on Schizophrenia and Depression NARSAD «den Ruane Preis für Kinder- und Jugendpsychiatrieforschung. Er war über 40 Jahre lang führender Kinderpsychiater auf Grund seiner pharmakologischen Versuche, Forschung, Lehre und sozialen Verfahrensweise und für seine Theorien zu Autismus und Sozialmedizin.»5 Und immerhin war Eisenberg Mitglied im «Organizing Committee for Women and Medicine Conference, ­Bahamas, November 29 – December 3, 2006, Josiah Macy Foundation (2006)».6 Die Josiah Macy Foundation organisierte während und lange nach dem Zweiten Weltkrieg Konferenzen mit Nachrichtendienstmitarbeitern des OSS, des späteren CIA, wie Gregory Bateson und Heinz von Foerster.

Haben solcherart Kreise die Diagnose ADHS im Dienste des Pharmamarktes und für ihn maßgeschneidert und mit viel Propaganda bzw. Public Relations vermarktet? Genau dieser Frage gingen die US-amerikanische Psychologin Lisa Cosgrove und andere in ihrer Studie Financial Ties between DSM-IV Panel Members and the Pharmaceutical Industry7 [Finanzielle Verbindungen zwischen DSM-IV Panel Mitgliedern und der pharmazeutischen Industrie] nach und entdeckten: «Von den 170 Mitgliedern des DSM Panels hatten 95 (56%) eine oder mehrere finanzielle Verbindungen zu Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. Hundert Prozent der Mitglieder des Panels für ‹affektive Störungen› und ‹Schizophrenie und andere psychotische Störungen› hatten finanzielle Beziehungen zu Arzneimittelherstellern. […] Die Verbindungen sind besonders stark in denjenigen diagnostischen Bereichen, in denen Medikamente die erste Stufe der Behandlung seelischer Störungen darstellen.»8 In der nächsten Auflage des Manuals ist die Situation unverändert: «Von den 137 Mitgliedern des DSM-V Panels, die Offenlegungserklärungen abgegeben hatten, haben 56% Beziehungen zur Industrie gemeldet – keine Verbesserung des Prozentsatzes gegenüber den DSM-IV Mitgliedern.»9 Daher kommt Irwin Savodnik, Professor für Psychiatrie an der University of California in Los Angeles, zu dem Schluss: «Das eigentliche Vokabular der Psychiatrie wird gegenwärtig auf allen Ebenen durch die pharmazeutische Industrie definiert.»10

Dafür wird gut bezahlt. Nur ein Beispiel: Der Assistant Director der Pediatric Psychopharmacology Unit am Massachusetts General Hospital und Associate Professor of Psychiatry an der Harvard Medical School erhielt «zwischen 2000 und 2007 eine Million Dollar an Einnahmen von Arzneimittelherstellern».11

Auf jeden Fall kommt jetzt niemand mehr so schnell an der Aussage des Vaters von ADHS vorbei: «ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.»

Psychologen, Pädagogen und Ärzte sind nicht dazu da, Kinder an die «chemische Leine» zu legen, weil die ganze Gesellschaft mit den Produkten ihrer verfehlten Theorien vom Menschen und der Kindererziehung nicht fertig wird und statt dessen unsere Kinder dem freien Pharmamarkt überantwortet. Erinnern wir uns wieder an die Grundsubstanz personaler Psychologie und Pädagogik: Das Kind soll unter kundiger Führung eigenverantwortliches und mitmenschliches Handeln erwerben – und dazu braucht es die Familie und die Schule: In diesen Feldern soll es seelisch reifen können. Das macht den Kern der menschlichen Person aus.   

  1. Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin: Über die ‹Verbesserung› des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen. Stellungnahme Nr. 18/2011, Bern, Oktober 2011. URL: http://www.bag.admin.ch/nek-cne/04229/04232/index.html?lang=de  (6.2.2012)

  2. Blech, Jörg: Schwermut ohne Scham. In: Der Spiegel, Nr. 6/6.2.12, S. 122–131, S. 128.

  3. Blech, S. 127.

  4. http://en.wikipedia.org/wiki/Leon_Eisenberg  (6.2.2012)

  5. http://psychnews.psychiatryonline.org/newsarticle.asp?articleid=107051&RelatedNewsArticles=true  (6.2.2012 17:59:18)

  6. http://en.wikipedia.org/wiki/Leon_Eisenberg  (6.2.2012 17:59:25)

  7. Cosgrove, Lisa et al.: Financial Ties between DSM-IV Panel Members and the Pharmaceutical Industry. In: Psychother Psychosom 2006;75:154–160 (DOI: 10.1159/000091772)

  8. Cosgrove, Lisa et al., S. 154

  9. DSM Panel Members Still Getting Pharma Funds. URL: http://www.cchrint.org/tag/lisa-cosgrove/ (8.2.2012 23:21:29)

  10. Woods, Tyler: Experts Who Write for the DSM Have Financial Ties With Pharmaceutical Companies. MaxHealth vom 11.2.2010 URL: http://www.emaxhealth.com/1357/7/35563/experts-who-write-dsm-have-financial-ties-pharmaceutical-companies.html  (8.2.2012 23:24:03)

  11. Vgl. DSM Panel Members Still Getting Pharma Funds.

Weiterführende Links:
Ritalin: Die gefährlichste Droge der Welt
DIE ADHS SCHOCK STUDIEN: Ritalin führt zu Gehirnschäden!
Hyperaktivität bei ADHS durch Lebensmittel Farbstoffe
Falsche ADHS-Diagnosen bei Schulkindern

ADHS: Der Zappelphilipp

So genau wollte ich das eigentlich gar nicht wissen. Nun kann ich als lesender Mensch ja nicht einfach die Augen zumachen, wenn hier gedruckt steht (FAS 12.02.1012): "ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung".

Sagt wer? Sagt der Psychiater Leon Eisenberg. Der in den 60-er Jahren genau diese Krankheit "erfunden" hat. ADHS als psychische Krankheit klassifizieren ließ. Jetzt, 40 Jahre später, kurz vor seinem Tod gibt er zu, dass das Ganze eine "fabrizierte Erkrankung" seinerseits sei.

Dazu passt die Aussage von Frau Prof. Lehmkuhl, Direktorin der Kinderklinik Berlin, dass heute "90% der ADHS-Diagnosen falsch sind". Na immer hin: Nicht die ganzen 100%. Da unterscheidet sie sich von Prof Eisenberg.

Fakt ist, dass es Kinder und Jugendliche gibt, an denen sich die Eltern stören. In vielfältiger Weise. Und denen geholfen werden kann mit einem Medikament. Mit Ritalin. 1993 wurden 34 Kilo, 2010 schon 1800 Kilo pro Jahr in Deutschland verbraucht. Zitat "Hundertausende Jungen (Jungen!) werden in Deutschland mit Ritalin brav gemacht".

Was ist Ritalin? Ein Amphetamin. Wirkt "ähnlich wie Kokain, macht psychisch abhängig". Komische Ausdrucksweise. Ritalin wirkt identisch wie Kokain. Beide Stoffe setzen Noradrenalin im Gehirn frei. Genau das, was der Papa sowieso tut, der Papa als Raucher. Und genau das Gleiche, was jeder Diskobesucher mit Speed oder Ecstasy erreicht. Chemisch identische Wirkung.

Ritalin darf - wussten Sie das? - auch von mir nur mit einem ganz speziellen Rezept, einem Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Das ist ein ganz kritisches Stück Papier, was ich höchst ungern und höchst selten in die Hand nehme. Aus gutem Grund. Was mich wirklich verblüfft an diesem Zeitungsartikel, ist ein Leserbrief, eine Woche später.

Von einem Lehrer. Der unter Angabe seines Namens doch tatsächlich schreibt "seit etwa 4 Jahren nehme ich das Medikament. Als Lehrer kann ich so die Belastungen des Schulalltags besser bewältigen".

Sensationell. Genau so sprechen auch Leistungssportler. Tour de France-Gewinner. Doper. Auch denen helfen - selbstverständlich - Dopingsubstanzen wie Amphetamine, um "die Belastungen des Sportalltages" einschließlich Trainings besser zu bewältigen. Das wusste schon Eddie Mercks.

Aufgewacht? Wenn wir mit Ritalin so umgehen wie dieser Lehrer, dann sollten wir ganz schnell aufhören, einen Jan Ullrich, einen Contador, einen Lance Armstrong und wie sie alle heißen zu kritisieren.

Ich dürfte mich so nicht ausdrücken, wenn es keine Alternative gäbe. Nur: Die Alternative ist selbstverständlich bekannt. Siehe News vom 16.10.06, www.drstrunz.de. Ich weiß, dass Magnesium die Lösung ist. Die natürliche Lösung. Genau so wie ich weiß - in Anlehnung an die Universität Zürich - , dass Sie das Gehirn Ihres Zappelphilipps ganz schnell ganz ruhig bekommen mit ketogener Ernährung. Wenn Sie das Gehirn Ihres Sohnes statt mit dem üblichen Zucker mit Ketonkörpern ernähren. Was sogar gegen Krampfanfälle beim epileptischen Kind hilft, sollte bei etwas so Banalen wie wirren Gedankenströmen mancher Schüler wirken. Tut es übrigens. Wir haben's ausprobiert.

Medizin, Medizinische Wissenschaft weiß so sehr viel mehr als...auch die Uniklinik.

Quelle: http://www.strunz.com/news.php?newsid=1820&tag=ADHS&ab=0